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Schnelle Zwillingsschwestern Eberle aus Gunzenhausen BLVonline
19.07.2009-23:56 Der Himmel klarte auf am zweiten Tag der Bayerischen Junioren- und Jugendmeisterschaften im Münchner Dantestadion - und die Stimmung war eindeutig besser als am Samstag, als die Nachwuchs-Titelkämpfe unter tiefliegenden Wolken im Dauerregen versanken. Man bekam eine Reihe spannender Wettkämpfe geboten, auch zahlreiche Leistungen konnten sich sehen lassen.
 Christina Muckenthaler (links) und Marlies Ehring machten es über 100 Meter Hürden spannend. Foto: Rüter |
Eine ungewöhnliche Erfolgsserie eines kleinen Teams erregte besonderes Aufsehen: Der TV 1862 Gunzenhausen war mit fünf Aktiven angereist und verließ das Stadion mit sieben Meistertiteln. Zu den vier Erfolgen am Samstag (in der WJA gewann Rebecca Eberle die 100 Meter und ihre Schwester Marleen die 400 Meter, die beiden gehörten der erfolgreichen 4 x 100-Meter-Staffel an und Matthias Burkhardt siegte in der MJA im 800-Meter-Lauf) kamen am Sonntag noch drei Goldmedaillen. Rebekka Eberle war mit 24,88 Sekunden die Schnellste im 200-Meter Sprint der WJA, in dem Marleen Dritte in 25,20 Sekunden Dritte wurde, in der B-Jugend sicherte sich Julia Ott mit 3,60 Metern den Titel im Stabhochsprung und Matthias Burkhardt erwies sich auch im 1500-Meter-Lauf der MJA mit 4:05,77 Minuten als der eindeutig Beste. Mit Vergleichen dieser Art muss man zwar vorsichtig sein, aber ein bisschen wird man durch die Eberle-Zwillinge schon an Birgit und Gabi Rockmeier in deren Jugendzeit erinnert. Die Rocky-Sisters aus Moosburg wurden oft als die schnellsten Zwillinge der Welt bezeichnet, an ihre Zeiten kommen die Eberles zwar nicht heran - aber Bayern hat immerhin wieder recht schnelle und vielversprechende Sprint-Zwillinge.
Rebekka und Marleen Eberle waren nicht die einzigen Mehrfachsieger dieser Meisterschaften. Es gab diesmal zahlreiche Athleten und Athletinnen, die zwei Goldplaketten umgehängt bekamen. Bei den Junioren gewann Sebastian Zundler (LG Telis Finanz Regensburg) nach den 800 Metern auch die 1500 Meter, wenn auch nicht ganz so überlegen wie am Tag zuvor die zwei Stadionrunden. In 3:59,95 Minuten siegte er vor dem Hindernisspezialisten Felix Hentschel (LG Bamberg/4:00,58) und Michael Wilms (LG Stadtwerke München/4:00,59). Mario Saur (TSV Dinkelsbühl) mag die 400 Meter: Nach seinem Erfolg über die Flachstrecke entschied er auch den Hürdenlauf in guten 52,85 Sekunden für sich. Roman Ewald (LAC Quelle Fürth/München 1860) war in den beiden Wurfwettbewerben der Junioren am Sonntag nicht zu schlagen, mit der Kugel errreichte er 16,21 Meter und mit dem Diskus 48,68 Meter.
Die zwei ersten Plätze von Matthias Burkhardt in der MJA wurden schon erwähnt, ihm gleich taten es in dieser Altersklasse noch drei andere Athleten. Fabian Fleischmann (1. FC Passau) gewann nach der „Goldenen“ im Hochsprung auch noch die über 110 Meter Hürden. Das Außergewöhnliche daran: Er holte sich den Sieg in 14,93 Sekunden im Alleingang; der Ersatzlauf wurde ihm zugesprochen, weil er im Finale durch eine umstürzende Hürde entscheidend behindert worden war. Als Kugelstoßer und Diskuswerfer war Joschua Deckert (LAZ Kreis Würzburg) in der MJA mit 16,75 und 54,39 Metern eine Klasse für sich.
Das Gleiche galt bei den jüngeren Athleten der MJB für Martin Schynoll (LG Landkreis Roth) mit seinen Erfolgen im Kugelstoßen mit 17,77 Metern und im Diskuswurf mit 51,25 Metern. Mittelstreckentalent Martin Grau (TSV Höchstadt/Aisch) hatte am Samstag die 3000 Meter gewonnen, auch am Sonntag ließ er sich im 1500-Meter-Lauf den Sieg nicht streitig machen (4:08,61 Minuten).
Haushoch überlegen war bei den Juniorinnen über 1500 Meter Christiane Danner (LG Telis Finanz Regensburg/Siegerzeit 4:30,63 Minuten), nachdem sie schon am Tag zuvor über 800 Meter einen Titel geholt hatte. Ihre Vereinskollegin Vera Stelkens hatte zunächst die 400 Meter ohne Hürden gewonnen, 24 Stunden später ließ sie der Konkurrenz auch über die gleiche Distanz mit Hürden in 62,84 Sekunden keine Chance. Einmal Gold und einmal Silber nahm Sandra Büttner (LAC Quelle Fürth/München 1860) mit: Bei ihrem Sieg im Kugelstoßen verbesserte sie ihre Bestleistung auf 15,56 Meter, im Diskuswurf wurde sie hinter der früheren Junioren-Europameisterin Kristina Gehrig (LAZ Kreis Würzburg/48,54 Meter) mit 44,80 Metern Zweite. Werferinnen waren auch in beiden Jugendklassen doppelt erfolgreich: Melanie Dörr (TSV Ochenbruck) erwies sich in der MJA als die Beste im Kugelstoßen mit 12,23 Metern und im Diskuswurf mit 41,89 Metern, Johanna Höcketstaller (TSV 1880 Wasserburg), bei den Schülerinnen und in der B-Jugend schon oft deutsche und bayerische Meisterin, fügte ihrer Titelsammlung zwei neue hinzu - bei der WJB im Kugelstoßen mit 12,99 Metern und im Diskuswurf 41,87 Metern.
Von den anderen Wettbewerben des Sonntags das Wichtigste in Kürze: Ein Münchner Polizist, Marcus Mikulla von der LG Stadtwerke, war bei den Junioren der Schnellste über 200 Meter (22,15 Sekunden), Favorit Philip Schniedermeier (TSV Vaterstetten) kam im 110-Meter-Hürdenlauf i n 14,51 Sekunden mit großem Vorsprung ins Ziel, Kevin Christoph Korona (LAC Quelle Fürth/München 1860) bewies nach seinem kürzlich erreichten 7,50 Metern auch diesmal mit 7,12 Metern, dass er derzeit Bayerns bester Nachwuchs-Weitspringer ist.
Noch ein bisschen schneller als Juniorenmeister Mikulla war über 200 Meter der Sieger der MJA, Benedikt Wiesend (TSV 1862 Erding), mit 22,07 Sekunden. Bemerkenswert, dass Alexander Janetschek (MTV 1881 Ingolstadt), der bisher nur immer 100 Meter gesprintet war, bei seinem ersten Einsatz über 200 Meter in 22,30 Sekunden gleich Vizemeister wurde. Der Beste über 400 Meter Hürden war in dieser Altersklasse Andreas Brehm (TV Kempten) in 55,96 Sekunden. Der Sieben-Meter-Marke näherte sich Weitsprung-Sieger Andreas Gallasch (TV Emmering) mit 6,89 Metern.
Der neue bayerische B-Jugend-Meister über 200 Meter heißt Fabian Kronowetter (LG Festina Rupertiwinkel); er legte die halbe Stadionrunde in 22,48 Sekunden zurück. Kilian Hartmann (TuS Bad Aibling) siegte im Hürdensprint über 110 Meter in 14,46 Sekunden, Michael Hofmeister (TSV Plattling) gewann die 400 Meter Hürden in 55,23 Sekunden. Ein spannendes Rennen lieferten sich die B-Jugend-Staffeln im Finale über 4 x 100 Meter. Das Quartett des LAC Quelle Fürth/München 1860 hatte schließlich in 44,45 Sekunden die Nase vorn vor der LG Stadtwerke München (44,69) und der Startgemeinschaft Gersthofen-Göggingen (44,80). Den Hochsprung entschied Daniel Hofmann (TV Zeil) mit 1,92 Metern für sich.
Bei den Juniorinnen setzte sich Mona Schilhanneck (TS Lichtenfels) im 200-Meter-Endlauf in 24,39 Sekunden sehr souverän durch. Einen starken Eindruck hinterließ auch die Meisterin über 100 Meter Hürden, Jennifer Reinelt (1. FC Passau), bei ihrem Sieg in 14,18 Sekunden. Als Meisterin im Weitsprung übertraf Carina Nastvogel (LAC Quelle Fürth/München 1860) mit 6,01 Metern knapp die Sechs-Meter-Marke. Im Stabhochsprung gab es gleich zweimal mit der gleichen Höhe von 4,00 Metern Meisterinnen von der LG Telis Finanz Regensburg: Elena Horn war die Beste bei den Juniorinnen und Amelie Garatva in der WJA.
Nicht nur bei der MJB ging der Sieg über 1500 Meter nach Höchstadt/Aisch, auch bei der WJA kam die Siegerin vom gleichen Verein: Katrin Seeger gewann in 4:51,47 Minuten. Nach einem Jahr 2008, in dem sie viel Pech hatte und manches schief ging, gab es für Christina Muckenthaler (LG Stadtwerke München) wieder einmal ein richtig schönes Erfolgserlebnis, als sie nach 14,94 Sekunden über 100 Meter Hürden mit der Goldplakette belohnt wurde. Lisa Hofmann (TSV Bad Kissingen), im vorigen Jahr deutsche B-Jugend-Meisterin über 400 Meter Hürden, wurde nun in 62,67 Sekunden standesgemäß bayerische A-Jugend-Meisterin in dieser Disziplin. Im Weitsprung hatte Stephanie Auer (LAZ Inn) mit 5,59 Metern die Nase vorn.
Vom LAG Schwandorf kommt Ines Gross, die den 200-Meter-Lauf der WJB in 25,46 Sekunden gewann. Laura Stronk (LG Stadtwerke München) entschädigte sich für die kleine Enttäuschung, die sie am Samstag mit Rang drei im 100-Meter-Sprint erlebt hatte, mit dem eindrucksvollen Sieg über 100 Meter Hürden in 14,23 Sekunden. In einem leistungsstarken Feld über 400 Meter Hürden setzte sich schließlich Jana Leonhards (TV Zwiesel) in 64,12 Sekunden durch. Sehr knapp ging es auf den letzten Metern über 1500 Meter zu; Jannika John (TV Emmering) siegte in 4:47,43 Minuten vor Elisabeth Weinfurter (TV Zwiesel/4:47,52). Die Meisterin der WJB im Hochsprung, Anne Rieger (SpVgg Auerbach/Streitheim), schaffte mit 1,73 Metern eine größere Höhe als die Siegerinnen der Juniorinnen und der WJA. Um einen einzigen Zentimeter lag Katharina Eich (DJK Weiden) mit 5,47 Metern im Weitsprung der WJB vor der Zweiten Annika Koelln (LG Würm Athletik).
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