Unsere Partner:          

Sie sind nicht angemeldet | Login | Drucken

Startseite/  Nachricht Detail

Top Stories

< Vorheriger Artikel

19.11.12 21:44 Alter: 5 Monat(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Oberpfalz
Von: Reinhard Köchl

BayernSTAR 2012: DLV-Präsident Prokop nennt BLV-Gala "Trendsetter für Sportlerehrungen"

Das größte Kompliment kam vom DLV-Präsidenten persönlich. „Mit dieser Veranstaltung hat sich der Bayerische Leichathletik-Verband einmal mehr als Trendsetter erwiesen“, sagte Dr. Clemens Prokop bei der zweiten Auflage des BayernSTAR im Christsaal in Mainburg. Im festlichen Rahmen hatten sich eine stattliche Auswahl der erfolgreichsten Leichtathleten und Trainer sowie Vereinsvertreter versammelt. Als „Trainer des Jahres“ wurden Kurt Ring (Regensburg) und Franz Wandinger (Erding) ausgezeichnet.


Ehre wem Ehre gebührt: Franz Wandinger (links) und Kurt Ring (rechts) freuten sich mächtig über die Auszeichnung zum "Trainer des Jahres".

DLV-Präsident Clemens Prokop (links) und Mainburgs Bürgermeister Josef Reiser (rechts) fühlten sich bei der BayernSTAR-Gala 2012 sichtlich wohl. In der Mitte BLV-Präsident Wolfgang Schoeppe.

Für seine großen Verdienste um das Kampfrichterwesen erhielt Adolf Heindl (Mitte) den Ludwig-Jall-Preis 2011. Mit ihm freuen sich BLV-Präsident Wolfgang Schoeppe (links) und BLV-Vizepräsidentin Sandra Zacher-Schweigert (rechts).

Nicht nur eine Blume für herausragende Jugendarbeit bekam der Vorsitzende der LAC Quelle Fürth, Werner Kaminski (rechts).

Mit Anmut und Grazie verzaubert die rhythmische Sportgymnastin Bernardine Madl das Publikum.

Auf ihren BayernSTAR im Bereich Wettkampfwesen waren die Vertreterinnen des TV 1891 Türkheim besonders stolz.

Als bester Verein im Leistungssportbereich erhielt die LG Stadtwerke München, vertreten durch einen strahlenden Otto Zelger, von Sandra Zacher-Schweigert und BLV-Vizespräsident Gerhard Neubauer (rechts) einen BayernSTAR.

Beste Laune herrschte bei den langbeinigen Sprint-Damen der LG Stadtwerke München.

Lang anhaltenden Beifall gab es für Christoph Bischlager vom GSV München, der den Sonderpreis der BLV-Jugend in Empfang nahm.

Ein Musterbeispiel für überfachliches Vereinswesen ist die Kindersportschule des TSV München Ost. Deren Leiter Andreas Bücheler nahm dafür einen BayernSTAR entgegen. Alle Fotos: Reinhard Köchl

Clemens Prokop musste an diesem Abend quasi nur um die Hausecke vorbeischauen. Immerhin wohnt der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, dem in Kürze das Bundesverdienstkreuz am Band für sein Engagement im Kampf gegen Doping und für die Leichtathletik verliehen wird, in Saal (Donau), nur etwa 15 Autominuten von Mainburg entfernt. Der 55-jährige Direktor des Amtsgerichtes Regensburg sah ebenso wie Mainburgs Erster Bürgermeister Josef Reiser eine von der BLV Jugend und hier vor allem von Jugendbildungsreferentin Iris Urban und ihrer Schwester Sandra Zacher-Schweigert, der BLV-Vizepräsidentin Jugend, mustergültig organisierte Gala, die sich nun endgültig zum unverzichtbaren Bestandteil der bayerischen Leichathletik gemausert hat.

Straff im Ablauf, minutiös geplant und immer wieder unterbrochen von den einzelnen Gängen eines köstlichen Menüs und der stimmigen Moderation von Matthias Riedel, verlebte die im Vergleich zum Vorjahr deutliche größere Gästeschar einen überaus kurzweiligen Abend, bei dem die Leistungen der Sportler, Trainer, Funktionäre und Vereine in würdigem Rahmen präsentiert wurden. Eine interessante und durchaus attraktive Erkenntnis brachte der BayernSTAR 2012 freilich zum mittlerweile zweiten Mal: Leichtathleten sehen im „kleinen Schwarzen“, in Abendkleidern, Dirndl, Pumps, Heels, in Anzug mit Krawatte oder sogar Fliege einfach verdammt gut aus! Wer die bekannten Gesichter eigentlich nur in kurzen Hosen, Trikots, Tops, Spikes oder Werferschuhen kennt, der kam in Mainburg aus dem Staunen nicht mehr heraus. Alle hatten sich herausgeputzt, diesmal sogar ganz ohne paradiesvogelartige Ausreißer wie im Jahr zuvor, jeder dem besonderen Anlass angemessen.

Die musikalische Umrahmung lag diesmal in Händen des exzellenten Bläserquintetts 5er Blech aus Mindelheim. Isabell Wengler, Markus Peter, Michael Schiegg, Christoph Steidele und Martin Thalmair begeisterten mit raffinierten Arrangements von Ohrwürmern wie „Mission Impossible“ oder „Bohemian Rhapsody“ und sorgten damit für lang anhaltenden Beifall. Dazwischen boten die rhythmischen Sportgymnastinnen Jana Lukjanova (22) und Bernardine Madl (18) eine Show voller Anmut, Eleganz und Athletik. Lukjanova stammt aus Estland und war dort sogar Landesmeisterin und Teilnehmerin an Welt- und Europameisterschaften, während Madl 32 Mal den bayerischen Meistertitel holte.

2011 war der BayernSTAR aus der früheren Auszeichnung zum „Talentezentrum“ entstanden. Inzwischen können sich Vereine in Kategorien wie Wettkampfwesen, Nachwuchsarbeit oder überfachliche Vereinsarbeit bewerben. Die Auswahl erfolgte in diesem Jahr durch eine Jury, die sich aus Mitgliedern der Landesausschüsse Jugend, Sport und Wettkampforganisation rekrutierte. Darüber hinaus gab es in diesem Jahr erstmals einen Sonderpreis der BLV Jugend. Als Anerkennung erhielten die Geehrten neben einer Urkunde einen Warengutschein der Firma Sport Erhard und ein Schild, das am Vereinsgelände angebracht werden kann. Mit der Vergabe des „BayernSTAR“ soll das erfolgreiche Engagement bayerischer Vereine honoriert werden. Durch die Aufteilung der Auszeichnung auf mehrere Kategorien möchte die BLV-Jugend mehr Vereine ansprechen und damit zur Bewerbung auffordern. Zudem besteht so auch für kleinere Clubs die Möglichkeit, sich auf die Auszeichnung in einer Kategorie zu bewerben. Die kann zur Werbung im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden.

In der Kategorie Nachwuchsarbeit stehen die Mitgliederentwicklung, Talentsichtung, Zusammenarbeit mit Schulen und die Trainerstruktur im Vordergrund. Das Rennen macht hier die

LAC Quelle Fürth.

Auch nach dem Wegfall des Hauptsponsors Quelle habe es ein engagiertes Trainerteam geschafft, nach wie vor junge Menschen nicht nur kurzfristig für die Leichtathletik zu begeistern, sondern auch eine langfristige Talentförderung innerhalb des LAC zu gewährleisten. Steigende Mitgliederzahlen vor allem in den Kinder- und Jugendklassen seien der beste Beweis dafür, hieß es in der Begründung. Besonders in der Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen wie dem Bertold-Brecht-Gymnasium oder dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium setze das LAC Quelle Fürth Maßstäbe ebenso wie durch die Sparkassenolympiade, die für alle Fürther Schulen angeboten werde. Zusätzlich zu den vielen Schulaktionen stünden regelmäßige Talentiaden, Schnuppertraining und Vereins- und Freizeitwettkämpfe auf dem Programm.

Im Bereich Wettkampfwesen hatten die Vereine die Möglichkeit, sich auf den BayernSTAR 2012 zu bewerben, die in diesem Jahr selbst Leichtathletikveranstaltungen ausgerichtet haben. Nicht nur die Veranstaltungen wurden dabei bewertet, sondern auch der Einsatz von Kamprichtern und Helfern außerhalb des eigenen Vereins. Die Wahl viel dabei auf den

TV 1891 Türkheim.

Seit vielen Jahren sei der TV nicht nur im Bezirk Schwaben ein Synonym für gelungene Wettkämpfe. Im vergangenen Jahr wurden in Türkheim die verschiedensten Wettkämpfe ausgerichtet. Für den Nachwuchs standen die Allgäuer Mannschaftsmeistertschaft und der erste Allgäuer Kinder LA-Team-Cup auf dem Programm, beim 7-Schwaben-Werfermeeting konnten sich internationale Topathleten im Speerwurf und Kugelstoßen messen. Im Rahmen der Unterallgäuer Gesundheitswoche wurde ein Volkslauf angeboten und das Jahr mit der Vereinsmeisterschaft abgeschlossen. Mit über 30 ausgebildeten Kampfrichtern und unzähligen Helfern könne der TV Türkheim für alle Wettkämpfer, ob groß oder klein, die besten Voraussetzungen bieten, so das Urteil der Jury.

In der Kategorie Überfachliches Vereinswesen können alle überfachlichen Vereinsangebote wie zum Beispiel Angebote aus den Bereichen Breiten- und Gesundheitssport, Prävention, Integration oder des Sportabzeichens angegeben werden. Ein Verein stach dabei 2012 besonders ins Auge, nämlich der

TSV München Ost mit seiner Kinder-Sportschule

Kinder von klein auf vielseitig zu bewegen, ihnen Einblick in die unterschiedlichsten Sportarten zu geben und damit eine breite Grundlage für spätere sportliche Betätigung zu bilden, das sei das Konzept der Kinder Sport Schulen (KISS). Seit September 2006 bewegt die Kindersportschule des TSV München Ost unter der Leitung von Andreas Bücheler zirka 750 Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren. Alle Kinder erhalten dabei eine sportartübergreifende Grundausbildung, bei der Freude und Spaß an der Bewegung und am Sport ohne Leistungsdruck im Vordergrund stehen. In kleinen Gruppen werden die Kinder von ausgebildeten Sportlehrern betreut und altersgerecht gefördert. Die Idee, keine Konkurrenz zum Verein, sondern vielmehr einen gleichberechtigten Partner in Bezug auf  Bewegungsförderung und Jugendarbeit darzustellen, schaffen die KISS des TSV München Ost auf vorbildliche Art und Weise, meinte die Jury.

Zusätzlich zu den Auszeichnungen in den genannten Kategorien wurde in Mainburg erstmals ein Sonderpreis der BLV-Jugend vergeben. Dabei handelte es sich um den

GSV München – Leichtathletik

Weltmeister, Europameisterin, Deutsche Rekorde . . . Wovon andere nur träumen könnten, sei für einige Athleten des Gehörlosen Sportvereins München bereits Wirklichkeit geworden, hieß es in der Begründung der BayernSTAR-Verleihung. Auf unzählige Medaillenerfolge bei internationalen Meisterschaften könnten die Leichtathleten des GSV dabei über die vergangenen Jahre zurückblicken. Christoph Bischlager und Giorgina Schneid heißen dabei die dominierenden Athleten der vergangenen Jahre. Heuer hätten jedoch auch andere auf sich aufmerksam: Mit Axel Bräuninger habe der GSV München einen zweifachen Europameister in seinen Reihen und Nadine Brutscher sei nicht nur zur Sportlerin des Jahres gewählt worden, sondern habe ihre guten Leistungen mit zwei Silbermedaillen bei den Junioren-Europameisterschaften küren können.

Doch nicht nur die sportlichen Erfolge im Gehörlosensport seien ausschlaggebend für die heutige Ehrung, betonte Moderator Matthias Riedel. „Talent, Trainingsfleiß und Teamgeist zeichnet die gehörlosen Sportler in besonderem Maße aus. So scheuen sie auch nicht den direkten Vergleich zur hörenden Konkurrenz und präsentieren sich offen und fair. Die Athletinnen und Athleten des GSV München stellen für alle Leichtathleten ein Vorbild dar!“

Bei der Ehrung für hervorragende Nachwuchsarbeit werden nicht nur die sportlichen Erfolge gewürdigt, sondern vor allem der Einsatz aller Beteiligten der jeweiligen Vereine für die Sportart Leichtathletik. Jeder Bezirk bekam die Möglichkeit, einen Verein zu bestimmen, dessen Nachwuchsarbeit besonders herausragte. Die Jugendgremien der sieben bayerischen Bezirke beriefen folgende Vereine für die Ehrung, die BLV-Präsident Wolfgang Schoeppe überreichte:

Oberbayern:

MTV 1881 Ingolstadt

Niederbayern:

LG Region Landshut

Schwaben:

LG Ausgburg

Oberpfalz:

SWC Regensburg

Mittelfranken:

LAC Quelle Fürth

Oberfranken:

Post SV Bayreuth

Unterfranken:

LAZ Kreis Würzburg

Die prämierten Vereine erhielten ein Zertifikat, einen 100-Euro-Gutschein der Firma Sport Erhard und ein Geschenk des BLSV.

Kampfrichter-Preis

Kein Wettkampf und keine Ergebnisse oder Erfolge funktionieren ohne Kampfrichter. In jedem Jahr wird ein Kampfrichter stellvertretend für alle seine bayerischen Kollegen für dem „Ludwig-Jall-Wanderpreis“ ausgezeichnet. Für 2011 erhielt rückwirkend Adolf Heindl von LG Aichach Rehling (Bezirk Schwaben) für seinen langjährigen Einsatz den Preis. Adi Heindl habe sein ganzes Leben der Leichtathletik gewidmet, schrieb Otto Dwaliawil, der Kreisvorsitzende Mittel-Nordschwaben, in seiner Laudatio.

Für die die Kategorie Leistungssport, in der die Anzahl der Kaderathleten, die Einsätze auf internationaler Ebene oder bei Vergleichskämpfen sowie Platzierungen bei Deutschen und Bayerischen Meisterschaften honoriert werden, präsentierte BLV-Vizepräsident Sport, Gerhard Neubauer, eine Top Ten-Tabelle, die am Ende einen Verein vorne sah:

LG Stadtwerke München

Für den Zusammenschluss aus mehreren Münchner Vereinen nahm Otto Zelger die Auszeichnung entgegem

Kurt Ring und Franz Wandinger „Trainer des Jahres“

Zu einem besonderen Höhepunkt geriet die Ehrung der beiden „Trainer des Jahres“. Bei den Aktiven fiel die Wahl auf Kurt Ring den derzeit erfolgreichsten bayerischen Trainer. Der Motor der LG Telis Finanz Regensburg führte in diesem Jahr sein Eigengewächs Corinna Harrer über 1500 Meter bis ins Halbfinale der Olympischen Spiele von London. Außerdem betreut er neben einer Reihe weiterer Läuferasse den EM-Starter Philipp Pflieger. Bei Franz Wandinger stachen 2012 vor allem die Erfolge seines Schützlings Alexandra Burghardt (LAZ Inn) heraus. So wurde das 18-jährige Sprint-Juwel drei Mal Deutsche Meisterin über 100 Meter Hürden, über 100 Meter sowie über 60 Meter. Mit der bundesdeutschen 4 x 100-Meter-Staffel holte Burghardt bei den U 20-Weltmeisterschaften in Barcelona die Silbermedaille.

Zu einer wahren Herausforderung für Fotografen wurde schlussendlich die Ehrung der besten Leichtathleten 2012 im Freistaat der Altersklassen U 18, U 20 und U 23, die von einer attraktiven Videopräsentation von Martin Kallmeyer begleitet wurde. DLV-Präsident Clemens Prokop, BLV-Vizepräsident Sport Gerhard Neubauer, Leitender Landestrainer Andreas Knauer und BLV-Vizepräsidentin Jugend Sandra Zacher-Schweigert konnten in einem aus bayerischer Sicht mehr als erfolgreichen Jahr eine ganze Heerschar von Athleten persönlich mit einem Funktionsshirt mit BayernSTAR-Logo, einer Urkunde, einem Schuhsack von M&M Sport Markus Mönius sowie einem Sprungseil und Sitzkissen von Sport Erhard ehren.