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13.01.15 18:33 Alter: 3 Monat(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Oberbayern
Von: Reinhard Köchl

Südbayerische Hallen-MS: Einige aus dem weißblauen Talentschuppen drängen mit Macht nach oben

Der Boom hält an: Auch 2015 erfreuten sich die Südbayerischen Titelkämpfe der Altersklassen Männer/Frauen und U 18 als erster großer Hallenwettkampf des Jahres wieder enormer Beliebtheit. Sage und schreibe 517 Sportler aus 99 Vereinen sowie Gäste aus Italien, Österreich, Baden-Württemberg und Thüringen nutzen das Indoor-Event als erste Standortbestimmung in einer kurzen, aber intensiven Wintersaison. Obwohl einige der Top-Athleten aus München fehlten, gab es doch eine Reihe vorzeigbarer Leistungen.


Ein richtiges Pfund packte Christian Zimmermann beim Kugelstoßen aus. "Der Lange" steigerte sich auf 18,32 Meter und rückte erstmals Robert Dippl auf die Pelle.

Doppelsieger bei den Männern über die Sprintstrecke und im Weitsprung: Daniel Troßmann. Fotos: Theo Kiefner

Kann ebenfalls für Karlsruhe buchen: Ivane Antonov demonstrierte die Kunst der drei Sprünge. Foto: Windpassinger

Nicht minder überzeugend präsentierte sich seine Vereinskameradin Stefanie Aeschlimann. Foto: Theo Kiefner

Die nächste Kugelstoßhoffnung könnte Martin Knauer sein. Zum Einstand im neuen Trikot kam er auf 16,56 Meter. Foto: Göstl

Die beste bei den Männern durften die Zuschauer ausnahmsweise nicht auf der Laufbahn bestaunen, sondern im Kugelstoßring. Hier feierte Altmeister Robert Dippl nach Jahren in Diensten des LAC Quelle Fürth sein „Comeback“ bei den Südbayerischen Meisterschaften für seinen Heimatverein TSV 1880 Wasserburg. Standesgemäß und vielversprechend war seine Siegesweite von 18,83 Meter, die nur knapp einen halben Meter unter seiner Bestleistung liegt. Der Grund für die starke Weite Dippls lang vielleicht auch darin, dass er erstmals seit langem in Bayern wieder richtig in einem Wettkampf gefordert wurde. Denn die eigentliche Überraschung lieferte an diesem Tag eines der zahlreichen Talente aus der bayerischen Nachwuchsförderung, das nun offenbar endgültig in der deutschen Spitze angekommen scheint. Der erst 20-jährige Christian Zimmermann (Kirchheimer SC) steigerte seinen Hausrekord von 16,67 Meter auf kaum für möglich gehaltene 18,32 Meter. Jeder seiner fünf gültigen Versuche lag zum Teil deutlich über seiner alten Marke. Robert Dippl wird zwar noch einmal alles daran setzen, nach Möglichkeit die 20-Meter-Marke zu übertreffen. Sein Nachfolger steht jedoch mit Christian Zimmermann schon bereit.

Zwei Titel und eine Quali für Daniel Troßmann

In exzellenter Form präsentierte sich in der Linde-Halle auch Daniel Troßmann (LG Stadtwerke München). In seinem ersten Jahr in der Aktivenklasse gewann er sowohl den 60-Meter-Sprint überlegen in starken 6,90 Sekunden (Zwischenlauf: 6,89 Sekunden) wie auch den Weitsprung, wo er als Einziger die Sieben-Meter-Marke übertraf (7,12 Meter). Zumindest im Sprint hat Troßmann damit schon die Norm für die Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe geknackt. Gleiches gelang Dreispringer Ivane Antonov bei seinem ersten Start im Trikot seines neues Vereines MTV 1881 Ingolstadt. In Abwesenheit seines Bruders Dimitri, der sich bei einem unverschuldeten Autounfall leicht verletzt hatte, holte er sich mit 15,11 Meter den Titel und das Ticket für Karlsruhe. Ebenfalls die Qualifikationsleistung abgehakt hat Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg) über 800 Meter. Der in München studierende EM-Teilnehmer lief als Gaststarter 1:50,05 Minuten. Der Titel ging an Gabriel Genck (LG Donau-Ries) mit 1:52,91 Minuten.

Nur langsam in die Gänge kommt U 20-Europameister Tobias Potye, jetzt für die LG Stadtwerke München startend, im Hochsprung. Nach 2,05 Meter in Essing konnte er sich nun in München auf 2,10 Meter steigern. Zur DM-Norm fehlt ihm noch ein Zentimeter. Als Zweitem gelang Alexander Merk (MTV 79 München) mit 2,01 Meter noch ein Flop über die Zwei-Meter-Marke. Im Stabhochsprung überquerten gleich neun Springer die Vier-Meter-Marke. Der Beste war Noah Kollhuber (LG Sempt) mit 4,40 Meter vor den höhengleichen Korbinian Suckfüll und Julian Meuer (beide TSV Gräfelfing).

Jugendliche Stefanie Aeschlimann erfüllt Frauen-DM-Norm

Auch bei den Frauen drängt ein Name nach vorne, der bislang eher im breit gefächerten weißblauen Talentfundus versteckt war. Stefanie Aeschlimann (MTV 1881 Ingolstadt), gerade erst der U 18-Klasse entwachsen, gelang mit 12,63 Meter im Dreisprung eine gewaltige Steigerung, die sie auf Platz eins der deutschen U 20-Hallenbestenliste hievte und ihr obendrein auch noch als einziger Südbayerin an diesem Tag die Normerfüllung für die DM in Karlsruhe bescherte. Bestechend war bei Aeschlimann vor allem ihre Serie, bei der sie drei Mal über ihrer alten Bestleistung blieb und jeden Sprung über 12,20 Meter setzte.

Im Sprint dominierte einmal mehr der Name Riedl. Martina entschied die 60 Meter in 7,76 Sekunden vor Julia Hofer (1. FC Passau; 7,89 Sekunden) für sich, über 200 Meter gewann ihre ebenfalls für die LG Stadtwerke München startende Zwillingsschwester unangefochten in 24,97 Sekunden. Zwei südbayerische Titel bei den Frauen holte sich die ebenfalls noch 17-jährige Johanna Windmaier (TSV 1880 Wasserburg), und zwar über 60 Meter Hürden (9,13 Sekunden) und im Weitsprung (5,70 Meter). Das Kugelstoßen ging erwartungsgemäß an Sabrina Zeug (LG Oberland). Ihre 13,10 Meter war an diesem Tag das Maß aller Dinge.

Starker Martin Knauer

Bei den männlichen U 18-Jugendlichen kamen die besten Leistungen von einem Kugelstoßer, einem Sprinter und einem Weitspringer. Martin Knauer (LG Stadtwerke München) zeigte sich wie schon beim Weihnachtsstoßen seines neuen Vereins stark verbessert und wuchtete das Fünf-Kilo-Gerät auf exzellente 16,56 Meter. Über 60 Meter lieferte Luis Windpassinger (MTV 1881 Ingolstadt) eine beeindruckende Vorstellung, die er mit seinen unangefochtenen Sieg in 7,15 Sekunden krönte. Und im Weitsprung kam Paul Walschburger (LAZ Kreis Günzburg) mit 6,80 Meter nahe an seine Freiluftbestleistung heran. Über 400 Meter gelang Iba Mar Diaw (LG Stadtwerke München) mit 51,53 Sekunden ein nie gefährdeter Sieg.

Ebenso wie ihr Trainingspartner Martin Knauer dominierten auch Amelie Döbler und Selina Dantzler (beide LG Stadtwerke München) turmhoch das Kugelstoßen der weiblichen U 18. Die zweifache Deutsche U 16-Meisterin Döbler beförderte die Drei-Kilo-Kugel einmal sogar über die 15-Meter-Marke (15,09 Meter), während die noch in der W 15 startberechtigte Dantzler (13,60 Meter) erreichte. Über 60 Meter konnte sich die erst 14-jährige Nina Bauch (LG Augsburg) in 7,93 Sekunden (Zwischenlauf: 7,91) knapp vor Nina Scherzl (LG Kreis Dachau; 7,95 Sekunden) und Assunta Kienzler (LG Würm Athletik; 7,96 Sekunden) durchsetzen.