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29.01.16 14:42 Alter: 3 Monat(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Laufsport
Von: Reinhard Köchl

Nach der Anpassung der Olympia-Normen: Philipp Pflüger und Julian Flügel hoffen auf Rio

Nachdem der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) dem Vorschlag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gefolgt ist, die Normen für die Teilnahme der Leichtathleten an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zu senken, dürfen sich die Marathonläufer Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) und Julian Flügel (TSG 08 Roth) nun berechtigte Hoffnung auf eine Teilnahme machen. Ihre Leistungen liegen im neuen Normbereich.


Mit einem Mal hat er die Olympianorm im Marathonlauf in der Tasche: Philipp Pflieger. Foto: Theo Kiefner

Der DOSB glich die Normen, die Leichtathleten erfüllen müssen, um für die Sommerspiele 2016 zugelassen zu werden, in allen 38 Stadionwettbewerben denen der IAAF an. Die fünf Normen im Gehen und im Marathon wurden erheblich reduziert. Das Umdenken kam "infolge der massiven Manipulationen in der internationalen Leichtathletik" zustande, teilte Sportdirektor Thomas Kurschilgen mit. Eine Kommission der Welt-Doping-Agentur hatte zuletzt Berichte über ein staatlich protegiertes Dopingsystem in Russland sowie Dopingvertuschung im Weltverband IAAF vorgelegt. Die Normen für den Marathon liegen jetzt bei 2:14:00 und 2:30:30 Stunden. Dadurch haben nun gleich vier weitere Marathonläufer die Olympia-Norm erfüllt: Philipp Pflieger lief in Berlin 2:12:50 Stunden, Julian Flügel an gleicher Stelle 2:13:57 Stunden, und Anna Hahner ebenfalls in der deutschen Hauptstadt 2:30:19 Stunden. Ihre Zwillingsschwester Lisa (beide Run2Sky) steigerte sich in Frankfurt auf 2:28:39 Stunden.

Nach Ansicht von Kurt Ring, dem Teamchef der LG Telis Finanz Regenburg und Trainer von Philipp Pflieger, war das Einlenken jedoch "mit ziemlicher Sicherheit" auch auf einen drohenden Rechtsstreit zurückzuführen, den Philipp Pflieger, Julian Flügel und die Hahner-Zwillinge gegen den DLV wegen der ihrer Meinung nach zu hohen nationalen Normen angestrengt hatten. Einen Tag vor einem geplanten Termin mit dem Justiziar des DOSB sei dieser jedoch mit Hinweis auf die geplanten Änderungen der Normen abgesagt worden. "Wir wussten also schon vorab von Seiten des DOSB, dass die Normen ratifiziert waren", erklärte Kurt Ring. "Der DLV hat uns nie persönlich verständigt."

Jene Marathonläufer die im vergangenen Jahr die Norm erfüllt haben und vor Rio nicht mehr Marathon laufen wollen, müssen zwischen dem 1. März und dem 1. Mai noch einen Leistungsnachweis bringen, um nominiert werden zu können. Erwartet wird ein Halbmarathon-Ergebnis von mindestens 64:00 Minuten (Männer) beziehungsweise 74:00 (Frauen). Die Nominierung der Marathonläufer erfolgt dann am 31. Mai, so dass sich die Athleten entsprechend auf die olympischen Rennen vorbereiten können.