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04.03.16 11:42 Alter: 326 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Jugend / Schüler
Von: Reinhard Köchl

Bayerische Hallenmehrkampfmeisterschaften Fürth: Der Aufwärtstrend ist unübersehbar

Es gab Zeiten, da herrschte bei Bayerischen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften weitgehend Tristesse. Wenige Teilnehmer, bescheidene Leistungen: Der Niedergang des einst ruhmreichen Disziplinblocks im Freistaat schien besiegelt. Wer jedoch die diesjährigen Titelkämpfe in der renovierten Fürther Halle zum Maßstab nimmt, der kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. In allen Altersklassen gab es einen erfreulichen Zuwachs an Teilnehmern, und auch die Leistungen konnten sich durchaus sehen lassen.


Stark im Weitsprung und im Hürdensprint, aber auch im Mehrkampf: Johanna Windmaier holte sich den Bayerntitel im Hallen-Fünfkampf der U 20. Foto: Theo Kiefner

Möglicherweise lag es am günstigen Termin, denn sowohl die Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig wie auch die Bayerischen Crosslaufmeisterschaften in Markt Indersdorf bedeuten für die klassischen Mehrkämpfer eigentlich keine Konkurrenz. Vielleicht half auch die Tatsache, dass diesmal die Teilnahme auch für Sportler ohne Qualifikationsnorm grundsätzlich möglich war. Auf jeden Fall gab es von der U 16 bis hinaus zu den Aktiven repräsentative Teilnehmerfelder, die durchaus hoffen lassen, dass die Talsohle bei den Vielseitigkeits-Leichtathleten durchschritten ist.

Kenner mussten lange zurückdenken, bevor ihnen ein Jahr einfiel, in dem bei den Männern ein Feld von gleich 20 Startern nach der Bayerischen Mehrkampfkrone in der Halle griff. Einige neue Gesichter wie der frischgebackene Bayerische Meister Christoph Lange ((TS Herzogenaurach), der selbst den etatmäßigen Titelträger Simon Ziegler (LG Telis Finanz Regensburg) mit 5227 zu 4978 Zählern im Siebenkampf klar in die Schranken wies, oder das Team der LG Stadtwerke München (Jakob Siebler, Thomas Rieger, Maximilian Koch), das mit 13 567 Punkten souverän den Mannschaftstitel holte, beleben das Geschäft. Lange erwies sich als ausgeglichener Mehrkämpfer auf hohem Niveau, der sowohl 13,00 Meter mit der Kugel wie auch 1,99 Meter im Hochsprung oder 8,56 Sekunden über 60 Meter Hürden aufweisen konnte. Auf Platz drei landete Noah Kollhuber (LG Sempt) mit 4819 Punkten.

Bei den Frauen holte eine "alte Bekannte" ihren ersten Landestitel in der Aktivenklasse. Anna-Lena Obermaier (LG Sempt), seit Jahren die dominierende Mehrkämpferin im Freistaat, präsentierte sich mit 3797 Zähler einmal mehr herausragend. Ihre besten Leistungen erzielte die 19-Jährige über 60 Meter Hürden (8,83 Sekunden) und im Hochsprung (1,72 Meter). Silber ging an Tina Pröger (TSV Zirndorf; 3396) und Bronze an Sophie Arzberger (LG Eckental; 3095). Arzberger gewann zusammen mit Carina Gröll und Isabella Sopper bei den Frauen für die LG ECkental auch noch den Mannschaftstitel (8701).

Suckfüll überquert 4,90 Meter und gewinnt Mehrkampf

Die beste Tagesleistung kam allerdings von einem Athleten aus der männlichen U 20. Die 4,90 Meter von Korbinian Suckfüll (TSV Gräfelfing) im Stabhochsprung legten den Grundstein für dessen ungefährdeten Sieg im Siebenkampf (5028 Punkte). Fast hätte Suckfüll an diesem Tag sogar noch die magische 5,00 Meter-Schallmauer überwunden. Unter der frenetischen Anfeuerung der Zuschauer scheiterte er drei Mal nur ganz knapp. Auf dem zweiten Rang landete sein Vereinskamerad Felix Wolter (4750) vor Maximilian Holzmüller (TSV Schwabmünchen; 4628). Logisch, dass der TSV Gräfelfing auch die Mannschaftswertung (mit Lucas Guirado-Böhm) mit 12 931 Punkten gewann.

Eine Hürden- und Weitsprungspezialistin hatte bei der weiblichen U 20 mit Johanna Windmaier (TSV 1880 Wasserburg) die Nase vorne. Ihr Sieg fiel mit 3595 Punkten gegenüber Katharina Sasse (TSV Schleißheim; 3480) und Jacqueline Sterk (SWC Regensburg; 3441) deutlicher aus als erwartet. Dass Windmaier eine Woche nach ihrer Endlaufteilnahme bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund über 60 Meter Hürden mit 8,68 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung aufstellte, machte den Triumpf perfekt. Aber auch ihr Weitsprung von 5,71 Meter konnte sich durchaus sehen lassen. Mit Alisa Böhm und Isabel Röttger holte sie sich zudem noch Mannschaftsgold (9547).

Die männliche U 18 sah in Nick Samuel Braune (LG Sempt) ebenfalls einen souveränen Siebenkampfmeister, der als Einziger die 4000er-Marke übertreffen konnte (4250). Dahinter landeten Adrian Kraus (LG Fichtelgebirge; 3951) und Nicolas-Philippe Vogt (TSV 1862 Erding; 3946) auf den weiteren Medaillenrängen. An den TSV 1862 Erding ging der Mannschaftstitel (neben Vogt waren noch Tim Weber und Clemens Gerland dabei) mit 11 479 Zählern.

Wesentlich knapper fiel da schon die Entscheidung in der weiblichen U 18 aus, wo sich die spätere Meisterin Jasmin Maxbauer (LG Eckental; 3500) und Lavinja Jürgens (TSV Kranzegg; 3463) ein spannendes Duell lieferten. Maxbauer beeindruckte durch ihren guten Weit- (5,50 Meter) und Hochsprung (1,66 Meter), während Jürgens durch 1,72 Meter im Hochsprung aufhorchen ließ. Dritte wurde hier Sophie Sachsenhauser (SWC Regensburg; 3146), der Mannschaftstitel ging wieder an die LG Eckental (Jasmin Maxbauer, Hannah Lehneis, Verena Gröll) mit 9310 Punkten.

Große Teilnehmerfelder in der U 16

Beeindruckende Teilnehmerfelder in der Altersklasse U 16 belegen den Aufwärtsrend und schüren durchaus Hoffnungen, dass der Mehrkampf in Bayern wieder an Attraktivität zurückgewinnt. Vor allem in der M 15 bestach das extrem hohe Niveau der gezeigten Leistungen. Letztlich setzte sich hier Leon Khavvam (TSV Ipsheim) mit 2908 Zählern knapp vor dem vorjährigen Deutschen Blockmeister Jil Maurice Gorzawsky (Kirchheimer SC; 2868) und dem punktgleichen Leander Schweitzer (LG Sempt; 2868) durch. Der neue Meister in der M 14 hieß Vincent Saller (Kirchheimer SC), der sich mit 2538 Punkten knapp dem Angriff des starken Tristan Spiegl (TSV Dinkelsbühl; 2514) und seines Vereinskameraden Joel Akue (2496) erwehren konnte. Dass gleich sechs Mannschaften bei der männlichen U 16 in die Wertung kamen, war ein weiteres Indiz für den positiven Trend. Sieger wurde hier der Kirchheimer SC (Gorzawsky, Fabian Olbert, Saller) mit 8188 Punkten.

Mit gleich 24 Teilnehmerinnen war der Fünfkampf der W 15 am stärksten besetzt. Gold ging hier an Alexandra Maier (Kirchheimer SC) mit 2584 Zählern vor Christina Kiermaier (TV Eggenfelden; 2470) und Emily Teschner (TSV Bad Endorf; 2461), wobei die Favoritin Denise Jaeschke (LG Stadtwerke München) nach der schnellsten 60-Meter-Hürden-Zeit (9,29 Sekunden) und dem besten Hochsprung (1,64 Meter) verletzungsbedingt aufgeben musste. Spannend und mit absolut hochwertigen Endergebnissen verlief der Fünfkampf der W 14. Hier gewann Luisa Fischer (TV Bad Kötzting; 2547) mit neun Punkten Vorsprung vor Carolin Herrmann (TSV Katzwang 05; 2538) und Michelle Frank (Kirchheimer SC; 2426). Der Titel in der Mannschaftswertung ging an die Gastgeber des LAC Quelle Fürth (Luisa Felix, Lea Scholze, Ariana Förster) mit 7182 Zählern.