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14.07.16 20:04 Alter: 2 Monat(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport
Von: Reinhard Köchl

Bayerische MS U 23 Hösbach: Stimmungsvolle „kleine“ Titelkämpfe am nördlichsten Zipfel Bayerns

Natürlich fehlte diesmal ein wenig die Prominenz. Natürlich scheuten manche Sportler aus dem Süden die weite Fahrt an den nördlichsten Zipfel Bayerns. Und möglicherweise verzichteten auch einige angesichts der anstehenden „großen“ Landesmeisterschaften am Wochenende in Erding auf einen Start. Aber dennoch erfreuten sich die Bayerischen Meisterschaften der U 23 auch 2016 im schmucken Sportzentrum an der Maas im unterfränkischen Hösbach bemerkenswerter Beliebtheit – allen Unkenrufen zum Trotz.


Zwei U 23-Sprinttitel durfte Julia Hofer (rechts) aus Hösbach mit in ihre niederbayerische Heimat nehmen.

Geballte Erlanger Sprint-Power: Lucien Aubry (Nummer 141) war einmal mehr über 100 Meter in Hösbach nicht zu schlagen. Fotos: Timo Premru

Sebastian Spinnler präsentierte sich bei den Landestitelkämpfen in Topform und holte mit 7,33 Meter den Titel.

In einem Olympiajahr, in dem der Terminkalender scheinbar aus allen Nähten zu platzen droht und in dem die „kleinen“ Bayerischen nach langer Zeit wieder vor den Titelkämpfen der Männer/Frauen und U 18 stattfanden, ist eine Teilnehmerzahl von 161 (73 männlich, 88 weiblich) durchaus akzeptabel. Natürlich kamen die Bayerischen Meisterschaften U 23/U 16 nicht ganz an die starken Zahlen von Aichach 2015 mit 196 Startern (101 männlich, 95 weiblich) heran, erreichte aber in etwa wieder die Quote von Regensburg aus dem Jahr zuvor (166). Dazu bot der TSV Hösbach nach vierjähriger Pause als Gastgeber den idealen Rahmen mit einer perfekten Organisation, leistungsfördernden sommerlichen Bedingungen und einer vor zwei Jahren renovierten Bahn, die so manche schnelle Zeit mit sich brachte, aber auch Lust auf weitere Veranstaltungen weckt.

U 23 männlich

Dass die bayerische Diskus-Szene momentan einen kleinen Boom erlebt, deutete sich schon vor einem Jahr in Aichach an. Dass das damals bereits hervorragende Ergebnis in der Breite 2016 noch einmal getoppt werden würde, durfte man allerdings nicht zwangsläufig erwarten. Allein drei Sportler schafften es in Hösbach, die Zwei-Kilo-Scheibe über 50 Meter segeln zu lassen. Dass der Titelverteidiger Lukas Koller (LG Stadtwerke München) dabei seinem Freund und Trainingspartner Christian Zimmermann (Kirchheimer SC) mit 52,98 zu 53,21 Meter den Vortritt lassen musste, dürfte den 20-jährigen Ex-Wasserburger schon ein wenig gewurmt haben. Auf dem Bronzeplatz übertraf Valentin Döbler (LG Stadtwerke München) mit 51,24 Meter zum ersten Mal die magische Grenze.

Eigentlich ist ja das Kugelstoßen Döblers Spezialdisziplin. Deshalb untermauerte er seine derzeit gute Form auch in Hösbach mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 18,23 Meter, und hielt damit Christian Zimmermann (17,77 Meter) klar auf Distanz. Rang drei ging an Alan Vizjak (LG Stadtwerke München; 15,48 Meter).

Auch die anderen Wurfdisziplinen der männlichen U 23 hatten es diesmal in sich. Jonas Bonewit (LG Stadtwerke München) kam als souveräner Bayernmeister im Speerwerfen auf 72,89 Meter vor Joshua Edelmann (LG Augsburg; 54,63 Meter) und Andreas Neumeier (SFR Zeilarn; 45,82 Meter). Und der deutsche U 23-Meister Simon Lang (LG Stadtwerke München) kam im Hammerwerfen auf 67,39 Meter (Platz zwei für Alexander Gleixner, LG Landkreis Aschaffenburg, 44,32 Meter).

Sebastian Spinnler landet bei 7,33 Meter

Ansprechende Leistungen gab es ebenfalls in den Sprungdisziplinen. An der Weitsprunggrube nützte Sebastian Spinnler (LG Landkreis Aschaffenburg) seinen „Heimvorteil“, um den Titelverteidiger David Faltenbacher (LG Stadtwerke München; 6,97 Meter) zu entthronen und mit 7,33 Meter obendrein einen neuen Hausrekord aufzustellen. Dritter wurde hier Moritz Glößlein (LG Karlstadt-Gambach-Lohr; 6,52 Meter). Im Hochsprung kamen gleich zwei Athleten über die Zwei-Meter-Marke, wobei Sven Glück (TV Schierling) mit 2,08 Meter das bessere Ende vor Manuel Marko (LAC Quelle Fürth; 2,05 Meter) hatte. Bronze blieb für Florian Richter (TV Marktheidenfeld; 1,88 Meter). Zwei Sportler schwangen sich mit dem Stab in noch höhere Regionen. Die Meisterschaft ging an Julian Meuer (TSV Gräfelfing), der sich mit 4,60 Meter gegenüber Noah Kollhuber (LG Sempt; 4,40 Meter) durchsetzen konnte. Jakob Conrad (LG Stadtwerke München) heißt der neue Titelträger im Dreisprung. Er gewann mit 14,20 Meter vor Gabriel Wiertz (TuS 1860 Pfarrkirchen), der in nur einem gültigen Versuch auf 14,03 Meter kam, und Felix Emrich (LG Karlstadt-Gambach-Lohr; 12,39 Meter).

Gleich zwei Mal Gold durfte Bayerns Sprintass Lucien Aubry (LG Erlangen) von den Bayerischen U 23-Meisterschaften mit nach Hause nehmen. Über 100 Meter stürmte er nahezu konkurrenzlos nach 10,83 Sekunden über die Ziellinie (Platz zwei ging an Adaye Kevin Kouadio, LAC Quelle Fürth, in 11,03 Sekunden, Dritter wurde sein Vereinskamerad Alexander Schuster, LG Erlangen, in 11,12 Sekunden), und über 4 x 100 Meter sicherte er als Startläufer den Sieg des Erlanger Quartetts in 43,49 Sekunden. Silber gewann die Staffel der LG Karlstadt-Gambach-Lohr in 43,63 Sekunden, Bronze holten sich die Jungs des TSV Münnerstadt (43,91 Sekunden). Einmal mehr bärenstark präsentierte sich über 200 Meter Fabia Kammler (SpVgg Auerbach/Streitheim). Mit der Klassezeit von 21,58 Sekunden untermauerte der 19-Jährige eindrucksvoll seine Ausnahmestellung in der deutschen U 20-Sprintszene. Die Konkurrenz in Gestalt von Christopher Löffelmann (1. FC Schweinfurt; 22,14 Sekunden) und Felix Mittermeier (SWC Regensburg; 22,40 Sekunden) konnte dies nur neidlos anerkennen.

Samuel Aßmanns starke Stadionrunde

Ebenfalls deutlich hervor stach die Zeit des 400-Meter-Meister Samuel Aßmann (LG Karlstadt-Gambach-Lohr). Er steigerte sich über die Stadionrunde auf starke 48,11 Sekunden und landete damit vor seinem Vereinskameraden und Trainingspartner Philipp Finsterwalder (49,15 Sekunden) und Lukas Frytz (LG Würm Athletik; 49,31 Sekunden).

Zwei Mal Gold gab es für die Mittelstreckler des LAC Quelle Fürth, und zwar über 800 Meter durch Dario Tippmann in 1:56,81 Minuten (vor Hannes Schifferegger, LG Stadtwerke München, 1:57,29 Minuten und Fabian Laukamp, LG Telis Finanz Regensburg, 1:58,58 Minuten) sowie über 1500 Meter durch Martin Weinländer (4:02,52 Minuten). Er landete vor Alexander Bauer (TV Hauzenberg; 4:06,13 Minuten) und Sebastian Schindler (LG Erlangen; 4:09,62 Minuten). Paul Bobiger (TSV 1860 München) gewann souverän über 110 Meter Hürden in 15,00 Sekunden, vor Noah Kollhuber (15,74 Sekunden) und Andreas Kölbl (TSV Penzberg; 15,97 Sekunden). Über 400 Meter Hürden drehte Kölbl dagegen den Spieß um und holte sich den Titel in 54,07 Sekunden vor Bobinger (55,32 Sekunden) und Fabian Müller (TSV 1880 Schwandorf; 55,56 Sekunden).

U 23 weiblich

Die herausragenden Leistungen bei der weiblichen U 23 kamen in Hösbach aus den Bereichen Sprint und dem Sprung. Paulina Huber (LG Stadtwerke München) stürmte im Finale des 100-Meter-Laufes über die Hindernisse sowie an ihrer Kontrahentin Johanna Windmaier (TSV 1880 Wasserburg; 14,06 Sekunden) vorbei zum Titel und einer neuen persönlichen Bestzeit von hervorragenden 13,82 Sekunden. Die Bronzemedaille schnappte sich dabei Sonja Forster (TV Schierling; 14,77 Sekunden). Die Doppelsiegerin über die flachen Speed-Distanzen kam vom 1. FC Passau und hieß Julia Hofer. Über 100 Meter gewann sie bei Gegenwind in 12,03 Sekunden vor ihrer Vereinskameradin Antonia Wimberger (12,29 Sekunden) und Sinéad Ebert (LAC Quelle Fürth; 12,40 Sekunden). Die doppelte so lange Distanz sah Hofer in 24,52 Sekunden vor Ebert (24,97 Sekunden) und Marina Tomic (LAG Mittlere Isar; 25,26 Sekunden) vorne.

Zum ersten Mal im Freien über die Sechs-Meter-Marke kam im Weitsprung die neue Bayerische U 23-Meisterin Tina Pröger (TSV Zirndorf). Mit ihrem 6,04 Metern, erzielt im letzten Durchgang bei sogar leichtem Gegenwind, hielt die 21-Jährige Sandra Spinnler (LH Landkreis Aschaffenburg; 5,78 Meter) und Johanna Windmaier (5,75 Meter) sicher in Schach. Ebenfalls so weit wie noch nie im Freien sprang Dreisprung-Siegerin Stefanie Aeschlimann (MTV 1881 Ingolstadt). Die Deutsche U 20-Vizemeisterin kommt nach einigen kleineren Verletzung, die ihr die Teilnahme an der U 20-WM verhinderten, zum Saisonende immer besser in Form. Mit 12,55 Meter holte sie Gold vor Kristina Fister (1. FC Passau; 11,79 Meter) und Antonia Wimberger (11,69 Meter).

Evi Weber, Jessyka Schneider und Laura Renner eine Klasse für sich

Bei den Werferinnen gab es in drei Disziplinen überragende Siegerinnen. Mit dem Diskus war Evi Weber (TSV 1862 Erding) einmal mehr eine Klasse für sich. Zwischen ihrer Weite von 47,95 Meter und den weiteren Medaillengewinnerinnen Annemarie Schlueter (LG Stadtwerke München; 37,12 Meter) und Michaela Hagl (MTV 1881 Ingolstadt; 36,94 Meter) lagen über zehn Meter Abstand. Noch eine Spur deutlicher gestaltete sich die Dominanz von Jessyka Schneider (TV Hindelang) im Hammerwerfen. Die vorjährige Deutsche U 18-Meisterin, die mit den weitesten Anfahrtsweg hatte, holte problemlos ihr nächstes Bayerngold mit 50,92 Meter vor ihrer Vereinskameradin Judith Scholl (39,35 Meter) und Selina Schraml (TB Jahn Wiesau; 36,56 Meter).

Auch Laura Renner (TV Altötting) hätte mit jedem ihrer gültigen Versuche problemlos das Kugelstoßen gewonnen. Der weiteste landete bei 13,22 Meter. Nela Lehmann (DJK Friedberg) kam auf 12,28 Meter, Simone Schramm (LG Bamberg) auf 12,00 Meter. Im Speerwerfen gab es dagegen zwischen der Goldmedaillengewinnerin Anna Seitz (ESV Nürnberg-Rangierbahnhof) mit 43,17 Meter und „Silberfrau“ Teresa Rewitzer (TB Weiden) mit 42,60 Meter ein vergleichsweise enges Duell. Simone Schramm kam hier zum zweiten Mal zu Bronze (41,00 Meter).

Ebenfalls ein spannendes Kopf-an-Kopf-Duell durften die Zuschauer über 400 Meter der weiblichen U 23 erleben – mit dem besseren Ende für Naomi Hemmelmann (LG Karlstadt-Gambach-Lohr), die in 56,82 Sekunden ihre Vereinskameradin Mareike Bauer (56,94 Sekunden) niederrang. Auf Platz drei landete Elisabeth Plötz (TV Bad Kötzting; 58,13 Sekunden), während die über die zwei Stadionrunden (800 Meter) nach 2:14,56 Minuten Corinna Kohlmann (LG Karlstadt-Gambach-Lohr), die 2:12,77 Minuten lief, den Vortritt lassen musste. Lisa Rist (LG Allgäu-Kempten) belegte den Bronzerang (2:15,60 Minuten).

Über 1500 Meter blieben gleich zwei junge Frauen unter der 4:40-Marke. Ann-Kathrin Wiertz (LAC Quelle Fürth) konnte sich dabei hauchdünn in 4:38,96 Minuten) in einem spannenden Finish gegen Babinja Wirth (TSV Ebermannstadt; 4:39,08 Minuten) durchsetzen. Valeria Griesche (DJK Ingolstadt), die hier den dritten Platz belegte, hatte sich tags zuvor den Titel über 3000 Meter in 10:16,18 Minuten vor Mira Parisek (LG Telis Finanz Regensburg; 10:26,77 Minuten) und Anna-Lena Stich (PTSV Rosenheim; 10:39,83 Minuten) gesichert.

Schnelle Münchner 400-Meter-Hürden-Läuferinnen

In Abwesenheit von Lisa Marie Petkov stellten ihre Vereinskameradinnen Sina Heubl und Catiana Rettenberger (beide LG Stadtwerke) schnell klar, dass der Titel über 400 Meter Hürden auf jeden Fall in der Landeshauptstadt bleibt. Heubl gewann in 61,63 Sekunden vor Rettenberger in 62,76 Sekunden und Antonia Ellenrieder (LG ESV Augsburg), die 63,70 Sekunden benötigte. Die 4 x 100-Meter-Staffel wurde zu einer klaren Angelegenheit für die LG Region Landshut. Mit 48,67 Sekunden brachten die vier jungen Damen aus Niederbayern den Staffelstab weit vor der LG Festina Rupertiwinkel (49,84 Sekunden) und dem LAZ Obernburg-Miltenberg (51,81 Sekunden) ins Ziel.

Den Titel im Hochsprung holte sich Sophie Arzberger (LG Eckental; 1,69 Meter) vor Lisa Ridel (TS Lichtenfels; 1,63 Meter) und Anna Lena Sinn (LG Erlangen; 1,60 Meter). Im Stabhochsprung gab es Gold für Annika Treffehn (TSG 08 Roth). Sie übersprang 3,40 Meter. Pia Luckner (LG Reischenau-Zusamtal) kam als Zweite über 2,95 Meter.

Ein ausführlicher Bericht über die Bayerischen U 16-Meisterschaften in Hösbach folgt!

Fotos von den Bayerischen U 23/U 16-Meisterschaften gibt es unter