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28.10.16 11:58 Alter: 1
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Laufsport, Senioren- und Breitensport
Von: Dieter Claus

Marathon-DM Frankfurt: Verzicht der Spitzenläufer erhöht die bayerischen Erfolgsaussichten

Deutsche Marathonmeisterschaften in Frankfurt im Olympiajahr: Das heißt, dass die nationale Marathonspitze eher vor dem Bildschirm sitzt und das Rennen aus dem Sessel verfolgt. Jene Leistungsdichte deutscher Langstreckler wie 2015, ebenfalls in der Mainmetropole, ist nicht jedes Jahr möglich. Chancen für bayerische Athleten ergeben sich deshalb am kommenden Sonntag, 30. Oktober, insbesondere in der Hauptklasse der Männer.


Tobias Schreindl will bei der Marathin-DM in Frankfurt unbedingt aus Treppchen. Foto: Theo Kiefner

"Eine Platzierung auf dem Stockerl oder wenigsten unter den schnellsten Fünf", das ist das erklärte Ziel für den Deutschen Marathonmeister von 2014, Tobias Schreindl (LG Passau). Vermutlich wird er dabei mehrere Kilometer mit Mitku Seboka (LAC Quelle Fürth) laufen. Der 28-Jährige aus Äthiopien hat aus dem Jahr 2011 eine Bestzeit von 2:11:44 Stunden stehen und gehört aktuell mit 1:05:03 Stunden zu den zehn schnellsten deutschen Läufern auf der Halbmarathondistanz. Wahrscheinlich ist es aber auch seine letzte Deutsche Meisterschaft. Denn Seboka fällt unter die neue Regel ab 1. Januar 2017, wonach Ausländer nicht mehr zu nationalen Titelkämpfen zugelassen werden.

Nur wenig langsamer ist Jonas Koller (LG Telis Finanz Regensburg) über 21,1 Kilometer. Frankfurt wird für den 23-Jährigen das Debüt auf den 42,195 Kilometer sein. Andreas Straßner (Team Memmert) gewann im Vorjahr Gold mit dem Team. Dieses Jahr ist er der einzige Läufer des Vereins, einen Titel kann er vermutlich in der Klasse M 35 erwarten.

In der Hauptklasse der Frauen ist Fate Tola (LG Braunschweig) die Favoritin. Die aus Äthiopien stammende Läuferin hat dieses Jahr die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Sie führt mit 1:09:48 Stunden die diesjährige Halbmarathonbestenliste an. Im Frühjahr lief Mona Stockhecke (LT Haspa-Marathon Hamburg) den Marathon in 2:33:34 Stunden. Wenn es wie vor drei Jahren in München die Silbermedaille würde, dann wäre Julia Galuschka (LG Telis Finanz Regensburg) vermutlich hoch zufrieden. 2011 debütierte die Lehrerin aus Hessin ebenfalls in Frankfurt auf der Königsdisziplin. Dass sie nicht so schnell aufgibt, bewies sie bei dem Marathon-DM 2014 in München. In der W 35 ist Galuschka jedenfalls die Favoritin.

Auch in der W 40 und W 45 könnten Läuferinnen aus Bayern Medaillen gewinnen: Constanze Boldt (SWC Regensburg) und Christine Ramsauer (LAC Quelle Fürth). Quelle-Coach Theo Kiefner erwartet für Ramsauer (W 45) und für ihre Teamkameradin Anke Friedl Zeiten knapp unter drei Stunden. 2:59:59 Stunden lief Barbara Auer (TG Viktoria Augsburg) im Frühjahr in Wien. Vor einem Jahr stieg die W 50-Läuferin in Frankfurt aus dem Rennen aus. "Ich laufe gerne gegen meine Lieblingsgegner Brigitte Hoffmann von der LG Welfen und wenn sie den Titel gewinnt ist sie gut, weil sie mich dann geschlagen hat", meint Bayerns beste Seniorenläuferin in der W 55, Christine Sachs (LG Mettenheim). In der W 60 und W 70 haben Christine Göttner (TUS Fürstenfeldbruck) und Ruth Schlager (TV Neustadt) beste Titelchancen.

Bei den Senioren sind es vor allem die Läufer von der LAC Quelle Fürth, die mit Zeiten um 2:30 Stunden nach Medaillen greifen könnten. Gute Karten haben Dominik Mages in der M 35 und Eike Loch in der M 45. Gemeinsam mit Mitku Seboka könnten die Quelle-Läufer das schnellste bayerische Team in Frankfurt werden. Siegfried Haas (RSC Neukirchen) gewann im September in Hamburg den Titel über zehn Kilometer. Selbst wenn er sich auf der Marathondistanz nicht gegen Egbert Zabel (CFC Germania Köthen) durchsetzen kann, ist Haas einer der besten bayerischen Seniorenläufer des Jahres 2016.