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17.08.17 13:43 Alter: 99 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Jugend / Schüler
Von: BLV

Mehrkampf-DM Kienbaum: Bayerische Renaissance durch sensationelles Doppel-Gold und -Silber

Die Deutschen Meisterschaften der Mehrkämpfer, die im Schatten der Weltmeisterschaften in London im Trainingsgelände des Bundesleistungszentrums Kienbaum stattfanden, waren zumindest bei den Junioren fest in bayerischer Hand. So holte Korbinian Sückfüll überraschend Gold, ebenso wie sein Team vom TSV Gräfelfing. Auch der zweite Platz in der Mannschaftswertung ging mit der TS Herzogenaurach noch an einen bayerischen Verein.


Fünf Bayern landeten in Kienbaum unter den Top sechs mit Korbinian Suckfüll, Felix Wolter, Jakob Suckfüll, André Zahl und Noah Kollhuber.

Katharina Sasse wurde sehr gute Vierte im Siebenkampf der weiblichen U 20.

Isabel Mayer und Marion Freutsmiedl zwischen ihren Trainern Stefan Wimmer und Anneliese Albrecht.

Das für dieses Jahr neu formierte Mehrkampf-Team unter der Flagge des TSV Gräfelfing mit Florian Obst, Korbinian Suckfüll, Felix Wolter und Noah Kollhuber holte sich trotz der verletzungsbedingten Aufgabe von Florian Obst, der sich in diesem Jahr in Amerika auf über 7500 Punkte steigerte, Mannschaftsgold bei den Männern/U 23. Gleich dahinter und somit auf dem Vizemeisterrang landete die Turnerschaft Herzogenaurach mit André Zahl, Marius Laib und Daniel Hoseus. Damit war das Podium bei der Mannschaftswertung in der Männerklasse fest in bayerischer Hand .

Auch Entscheidung bei Junioren eine "weißblaue" Angelegenheit

Fast hätte es in der Einzelwertung der U 23 zum bayerischen Sweep gereicht: Mit 6937 Punkten wurde Korbinian Suckfüll (TSV Gräfelfing) in seinem zweiten Mehrkampf überhaupt Deutscher Meister, nur vier Punkte vor seinem Teamkollegen Felix Wolter, der nach vier Jahren Stabhochsprung und einem vorsichtigen Quali-Wettkampf bei der Bayerischen Meisterschaft sein Zehnkampf-Comeback gab.

Suckfülls Punktegaranten waren neben dem Stabhochsprung (4,90 Meter) die Stadionrunde mit beachtlichen 48,73 Sekunden sowie 4:37,17 Minuten über 1500 Meter. Wolter verspielte quasi mit dem Austrudeln (4:42,09 Minuten) den Meistertitel, wobei er in seiner Paradedisziplin Stabhochsprung mit 4,40 Meter 60 Zentimeter unter seiner Bestleistung blieb und schon dort entscheidende Punkte liegen ließ. Beste Disziplin war sein Hürdenlauf in 15,28 Sekunden, für den er 816 Punkte gutgeschrieben bekam.

Nach guten zwei Tagen und vier Saisonbestleistungen fehlten Jakob Siebler (LG Stadtwerke München) nur 29 Punkte zu Bronze und dem bayerischen Triple. Gleich dahinter um Platz fünf entwickelte sich am zweiten Tag ein Duell zwischen André Zahl (TS Herzogenaurach) und Noah Kollhuber (TSV Gräfelfing). Die beiden, die schon in der M 14 bayerischer Meister und Vizemeister (noch im Achtkampf) wurden, machten es auch in Kienbaum spannend: Mit guten 4:36,77 Minuten über die abschließenden 1500 Meter gewann der Herzogenauracher das Duell mit fünf Punkten Vorsprung.

Zuvor stellte Kollhuber mit der Kugel und dem Speer zwei neue Bestleistungen auf, schrammte aber nur um Haaresbreite an einem „Salto Nullo“ im Stabhochsprung vorbei. Nach einem achten Platz 2014 in der U20 konnte der beim TSV Schleißheim beheimatete Athlet als erfahrenster Mann unter den mehrkämpfenden Stabhochspringern des TSV Gräfelfing mit seinem zweitbesten Ergebnis von 6479 Punkte wichtige Punkte zum Mannschaftssieg beisteuern und erreichte als Sechster sein bestes DM-Ergebnis.

Marius Laib, ein weiterer Athlet des TS Herzogenaurach, scheint die neunten Plätze gepachtet zu haben: Schon im vergangenen Jahr – noch in der U 20 – verpasste er die „Urkunden-Ränge“ knapp und auch dieses Jahr blieb nach durchwachsenen zwei Tagen mit nur einer Bestleistung (1500 Meter 4:39,72 Minuten) Rang neun.

Nur fünf bayerische Teilnehmerinnen insgesamt

Durchaus den Hauch einer Chance auf die Bronzemedaille in der U 20 hatte Katharina Sasse (TSV Schleißheim) als Vierte der Meldeliste. Da vor allem die U 20-Wettkämpfe von starkem Nieselregen bei 14 Grad Celsius und Gegenwind gestört wurden, blieb ein guter Auftakt über die Hürden für die zwei weiblichen Jugend-Riegen aus. Im gleich darauf folgenden Hochsprung mit 1,65 Meter hielt sich Sasse im Vergleich zur Konkurrenz schadlos. Als am Nachmittag der erste Tag mit bis zu 2,4 Meter Gegenwind bei den 200 Meter Läufen zu Ende ging, waren die Athletinnen zwar wieder trocken, aber weit entfernt von ihren im Vorfeld erbrachten Punkten.

Auch beim Weitsprung mit schwierigen Winden blieben die Athletinnen der weiblichen U 20 auch am zweiten Tag konsequent unter ihren Möglichkeiten. Nach einem guten Speerwurf auf 35,57 Meter fehlten der Schleißheimerin als Vierte am Ende der abschließenden zwei Stadionrunden nur winzige 1,5 Sekunden auf die Bronze-Medaille.

Die zweite qualifizierte Teilnehmerin in der weiblichen U 20, Jasmin Maxbauer (LG Eckental), musste krankheitsbedingt als Siebte nach dem ersten Tag aufgeben.

Mit Isabel Mayer (SWC Regensburg) und Julia Schneider (LG Stadtwerke München) platzierten sich zwei Bayerinnen unter den Top acht bei den Frauen. Mit drei Saisonbestleistungen und einer „PB“ (Speerwurf 39,62 Meter) kam die Regensburgerin auf den fünften Platz. Mit 2:25,11 Minuten und Bestleistung beendete die Münchnerin ihren Siebenkampf sehr versöhnlich und wurde Achte.

Die individuell besten zwei Tage aller Bayern erwischte Marion Freutsmiedl (LG Region Landshut), die nach fünf Bestleistungen in Folge (unter anderen 2:22,00 Minuten über 800 Meter) ihre Punktezahl um fast 200 Punkte auf 4710 Punkte steigerte und Zehnte wurde.

In der Männer-Klasse erreichte Benjamin Thomsen (LG Stadtwerke München) den achten Platz mit einer neuen Bestleistung im Kugelstoßen sowie einem ordentlichen Speerwurf (52,08 Meter) und 4,40 Meter im Stabhochsprung.

Pechvogel bei den Aktiven war der Herzogenauracher Daniel Hoseus, der im Hochsprung und im Diskuswurf „nullte“, aber für die Silbermedaille in der Mannschaftswertung den Mehrkampf beendete.

Die vorjährige Bronzemedaillen-Gewinnerin Anna-Lena Obermaier (LG Sempt) musste aufgrund ihres Staatsexamens dieses Jahr auf eine Teilnahme verzichten, durfte aber stattdessen vor zwei Wochen beim Thorpe-Cup teilnehmen.

Nach den „Großen“ beschließen an diesem Wochenende die U 18 und U 16 die Mehrkampfsaison in Bernhausen.