Unsere Partner:          

Sie sind nicht angemeldet | Login | Drucken

Startseite/  Nachricht Detail

Top Stories

< Vorheriger Artikel

15.09.17 11:57 Alter: 36 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Laufsport
Von: Kurt Ring

Jonas Koller und Felix Plinke wandeln auf den Spuren ihres großen Vorbilds

Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr sieht Jonas Koller, seit er als 17-Jähriger ins Athletenhaus der LG Telis Finanz Regensburg eingezogen ist, sein großes Vorbild Philipp Pflieger, der sich jahrelang bis zum ganzen großen Ziel, dem Marathon bei den Olympischen Spielen in Rio, durchgekämpft hat, immer zwei Schritte nach oben auf der Erfolgsleiter und dann wieder eineinhalb zurück.


Jonas Koller und Felix Plinke freuen sich in Usti über ihre neue Halbmarathon-Bestzeiten. Foto: Plinke

Marathon ist inzwischen auch Jonas Kollers große Leidenschaft, auch wenn er beim ersten Versuch, bei den vorjährigen Deutschen Meisterschaften in Frankfurt, in Führung liegend den „Mann mit dem Hammer“ schmerzlich kennenlernen musste. Nun steckt er mit seinem Laufkumpel Felix Plinke wieder in einer Marathonvorbereitung, mit dem gleichen Endpunkt Frankfurt, zum fast identischen Datum und wieder innerhalb einer DM. Vorbereitung heißt auch, einmal die halbe Distanz unter die Beine nehmen.

Nun war es für die beiden soweit und sie meisterten den Zwischenschritt ähnlich der Zehn-Kilometer-DM vor 14 Tagen mit Bravour: Beide beendeten den „Mattoni Ústí nad Labem Half Marathon“ im ehemaligen tschechischen Aussig, heute Usti genannt, mit persönlichen Bestzeiten: 1:05:23 Stunden für Koller, 1:06:57 Stunden für Plinke“.

„Es war eine sehr anspruchsvolle Strecke mit vielen Höhenunterschieden und engen Kurven. Unter diesen Gesichtspunkten sind wir zufrieden“, berichtete Felix Plinke gleich nach dem Rennen am Handy ihres Trainers Kurt Ring. Der hatte mitten in den kilometerreichen Wochen gar nicht mit Hausrekorden gerechnet. „Die beiden sind voll im Plan und die in diesem Jahr frühzeitig veröffentlichten Nominierungsrichtlinien für die EM in Berlin, speziell hier auch für den integrierten Europacup der Marathonläuferinnen und -läufer elektrisiert nicht nur die deutsche Langstreckenszene, sondern auch meine Jungs. 2:17:00 Stunden sind vorstellbarer als 2:14:00 Stunden. Beide Zeiten spielen eine
große Rolle für Berlin. Ist nur ein deutscher Marathoni schneller als die 2:14, dürfen bis zu fünf weitere deutsche Läufer mit, sofern sie Zeiten unter 2:17 anbieten können“, erklärt Kurt Ring das EM- und EC-Szenario.

„Nun hoffen wir natürlich alle, dass Philipp schon in Berlin mit einer neuen Bestzeit unter 2:12:50 Stunden den Weg frei macht“, schickt Jonas Koller gleich mal eine nicht ganz uneigennützige Botschaft an sein Vorbild. Eigentlich hat keiner die beiden Regensburger Felix Plinke und Jonas Koller
bisher im Fokus, letzteren schon gleich gar nicht. Der hat sich aber im vergangenen Jahr mit einer „Kindervorbereitung“, wie das Kurt Ring nennt, bei einer formidablen Einsteigerleistung von 2:23:53 Stunden keineswegs verausgabt, einen Negativsplit angeboten, wie man in Fachkreisen sagt, wenn
einer die zweite Hälfte schneller als die erste rennt.

„Da hatte ich höchstens die Hälfte der nötigen Kilometer in den Beinen, außerdem meine Masterarbeit am Hals und keine Ahnung wie man so ein Ding angeht“, amüsiert sich Felix Plinke inzwischen über seinen ersten Versuch. Nun ist die Arbeit eingetütet. „Ich bin nun seit ein paar Wochen Laufprofi“, erwähnt so nebenbei der jetzt diplomierte Betriebswirtschaftler und beste Freund - von wem wohl? Natürlich vom großen Vorbild Philipp Pflieger.

Für Koller und Plinke steht nun noch am 8. Oktober der Zehner in Berlin, hoffentlich dann noch schneller als bei der DM in Bad Liebenzell, auf dem Programm. „Schon jetzt haben die beiden mit ihren DM-Zeiten von 29:52 und 30:06 Minuten ganz andere Voraussetzungen wie im Vorjahr, wenn sie nun in Berlin noch einmal 15 Sekunden drauf packen könnten, wäre das absolut förderlich auf dem Weg nach Frankfurt“, sagt ihr Coach dazu.

Für Felix Plinke würde dann schon in Berlin eine weitere Traumgrenze fallen: Endlich unter 30 Minuten über die zehn Kilometer.