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13.05.18 20:30 Alter: 93 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Laufsport, Senioren- und Breitensport
Von: Kurt Ring/Reinhard Köchl

Deutsche 10 000 Meter-Meisterschaften Pliezhausen: Regensburger Titelträume platzen

Knapp vorbei ist auch vorbei – so könnte man den Auftritt von Bayerns Lauf-Hochbrug LG Telis Finanz Regensburg bei den Deutschen 10 000-Meter-Meisterschaften in Pliezhausen umschreiben. In spannenden Entscheidungen bei warmen, nicht gerade leistungsfördernden Bedingungen standen zwar fünf Regensburger letztendlich auf dem Treppchen. Das durchaus mögliche Gold fehlte aber am Ende. Bei den Senioren gelang dies jedoch Christine Sachs (LG Mettenheim) und Richard Przybyla (LAZ Oberburg-Miltenberg).


Zwei Stimmungslagen: Während Simon Boch (links) nach überstandener Krankheit über den Gewinn der Silbermedaille hoch erfreut war, zeigte sich sein Mannschaftskamerad Florian Orth (rechts) weniger zufrieden.

Moritz Beinlich (links) war lange auf Titelkurs in der U 23. Am Ende gewann er Silber.

Nach dem Ausscheiden von Corinna Harrer und Miriam Dattke oblag es Thea Heim, die obligatische Telis-Medaille zu gewinnen, diesmal in der Farbe Bronze.

Knapp am Stockerl vorbei schrammte Tobias Schreindl.

Susanne Schreindl (links) landete bei den Frauen auf Rang fünf.

Die Senioren brachten die beiden einzigen bayerischen Goldmedaillen mit nach Bayern. Christine Sachs holte den Titel in der W 60...

...während Richard Przybyla (vorne) die Konkurrenz in der M 60 beherrschte. Alle Fotos: Theo Kiefner

Das durchaus mögliche Gold im Aktivenbereich fehlte aber am Ende. In einer nervenaufreibenden Entscheidung bei den Männern über 25 lange Runden gab zunächst der hohe Favorit Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) nach knapp vier Kilometern, sicher in Führung liegend, das Rennen auf. Dahinter kämpfte eine Dreiergruppe mit Florian Orth und Simon Boch (beide LG Telis Finanz Regensburg) sowie dem späteren Meister Sebastian Hendel (LG Vogtland) verbissen um den Sieg.

Zunächst bemühte sich Orth um ein flottes Tempo, um vielleicht doch noch die EM-Norm von 28:55 Minuten möglich zu machen. Am Ende hatte er dann zu wenig Körner, um dem finalen Vorstoß von Hendel noch Paroli bieten zu können. Mit einem flotten Schlusskilometer zog dann auch noch Teamkollege Simon Boch mit 29:24,95 Minuten an ihm vorbei. Hendel und Orth beendeten das Rennen mit 29:13,65 und 29:29,09 Minuten. Der Rest des Feldes hatte nichts mit der Entscheidung zu tun. Lediglich Tobias Schreindl (LG Passau) blieb als Vierter mit 29:58,94 Minuten noch knapp unter 30 Minuten.

„Florian hat sich in der Anfangsphase des Rennens viel zu sehr um das Tempo kümmern müssen. Davon profitierten vor allem die anderen Konkurrenten. Nach dem Ausfall von  Homiyu Tesfaye war plötzlich wieder die Chance auf Gold da. Da war’s dann zu spät für ein taktisches Rennen und Schonung auf den ersten Kilometern“, kommentierte Telis-Teamchef Kurt Ring die Laufschlacht. „Ich bin voll zufrieden, nachdem ich teilweise große Probleme hatte, der Spitzengruppe überhaupt folgen zu können. Nach den vielen gesundheitlichen Problemen in diesem Frühjahr mit einem 14-tägigen Krankenhausaufenthalts auf Grund einer Blutvergiftung war einfach noch nicht mehr drin“, sagte Silbermedaillengewinner Simon Boch.

Etwas „angefressen“war Florian Orth nach seinem dritten Platz. Bronze war sicher nicht sein Anspruch. Teamkollege und U 23-Mann Moritz Beinlich hatte das Nachwuchs-Gold eigentlich schon fest an der Angel. Dann überrundete ihn etwa bei acht Kilometern Gesamtsieger Hendel. „Da bin ich dann eine Runde mitgegangen und das war für meine Schlussoffensive gar nicht gut“, analysierte der Regensburger seinen entscheidenden Fehler. Als er letztendlich diesen Tempovorstoß kompensieren musste, holte der spätere U 23-Sieger David Valentin (LG Olympia Dortmund; 30:41,58 Minuten) die entscheidenden Meter heraus. Da half auch Beinlichs fulminante Schlussrunde auf 30:42,38 Minuten nichts mehr. Am Ende ganze fehlten acht Zehntelsekunden zu Gold. Mit Platz sieben und U 23-Silber kann er dennoch zufrieden sein.

Corinna Harrer (LG Telis Finanz Regensburg) hatte die EM-Norm als Ziel. Am Ende verließ die 27-Jährige enttäuscht die Bahn. „Mein Rücken hat einfach nicht gehalten“, sagte die vielfache Deutsche Meisterin enttäuscht. Mit ihr ging auch ihre Vereinskameradin Miriam Dattke, die Tempo gemacht hatte, von der Bahn. Nutznießerinnen der akribischen Tempoarbeit der 5000-Meter-Junioren-Europameisterin war am Ende die neue Meisterin Anna Gehring (ASV Köln), die in der letzten Runde mit 33:33,96 Minuten Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin; 33:37,48 Minuten) überspurtete. Bronze holte sich Thea Heim (LG Telis Finanz Regensburg) mit 34:35,40 Minuten vor Domenika Mayer (LAC Quelle Fürth; 34:57,99 Minuten) und Susanne Schreindl (LG Passau; 35:27,31 Minuten).

„Nach meiner Virusgrippe im Frühjahr und gehörigem Trainingsrückstand sind schnellere Zeiten noch nicht möglich“, relativierte Thea Heim ihre Leistung. Lange Zeit hatte sie sich in der Spitzengruppe gehalten, musste dann aber bei etwa sieben Kilometern doch noch abreißen lassen. Wenig dahinter überzeugte U 23-Juniorin Marina Rappold (LG Telis Finanz Regensburg) als Gesamtsechste mit 35:28,24 Minuten und Silber in der U 23-Wertung.

Immer Verlass ist auf die Seniorinnen und Senioren aus dem Freistaat. In der Klasse W 60 holte sich Christine Sachs (LG Mettenheim) in 43:33,45 Minuten Gold. Gleiches gelang Richard Przybyla (LAZ Obernburg-Miltenberg), die Konkurrenz der M 60 zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Medaillen gab es auch für Andreas Brünnert (LG Stadtwerke München) in der M 35 (Silber in 33:43,04 Minuten) und Hans Paluszyski (FT Jahn Landsberg) in der Klasse M 70 (Bronze in 53:48,67 Minuten).