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Wettkampfsport

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28.06.18 12:32 Alter: 89 Tag(e)
Kategorie: Wettkampfsport, Leistungssport, Leichtathletik, Top Stories
Von: Reinhard Köchl

Süddeutsche Meisterschaften Erding: Bayerischer Medaillen-Regen beim "Heimspiel"

Süddeutsche Titelkämpfe in Bayern - Veranstaltung wie die in Erding am vergangenen Wochenende haben meist den Charakter von "Offenen Bayerischen Meisterschaften". Das impliziert einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Athleten aus dem Freistaat und eine Reihe von Gästen aus Hessen, Baden-Württemberg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Auch bei dem Event im Sepp-Brenninger-Stadion war dies nicht anders. Bei den Aktiven ergatterten die Bayern allein zwölf Titel und zahlreiche Medaillen.


Bayerisch-spanischer Doppelsieg über die Hürden mit einer ganz besonderen Fußnote: Pedro Garcia-Fernandez (mit Kappe) wurde Süddeutscher Meister, während rechts daneben Jan Schindzielorz eine neue deutsche Seniorenbestleistung erzielte.

Kerstin Hirscher (121) war über 1500 Meter nicht zu schlagen . . .

. . . und zog Eva Trost als Dritte zu einer neuen deutschen Seniorenbestmarke.

Platz drei blieb im Finale für Bayerns Top-Sprinter Aleksandar Askovic (Mitte). Sieger wurde der Saarbrückener DM-Hallen-Bronzemedaillengewinner Thanusanth Balasubramaniam (rechts).

Für David Kirch gab es Silber im Dreisprung.

Hauchdünn auf Platz zwei verwiesen wurde die Passauerin Tina Vetter (Mitte) im 100-Meter-Finale.

Starker Schlussspurt: Hiob Gebisso (links) holte sich vor Nick Jäger Bronze über 1500 Meter.

Fabian Olbert ist derzeit der schnellste U 18-Sprinter Deutschlands. In einer Woche startet er bei der U 18-EM in Györ.

Knapp unter der 50-Meter-Marke blieb Speerwerferin Maxime Kirschner. Dies reichte zum süddeutschen Titel. Alle Fotos: Theo Kiefner

Mit ein Grund dafür mag neben der bekannt mustergültigen, reibungslosen Organisation in Erding auch die blaue Bahn gewesen sein, deren "Magie" hinsichtlich schneller Zeiten und günstigem Schiebewind den hiesigen Sprintern durchaus bekannt ist. So wurde bei den Frauen Julia Hofer (1. FC Passau) über 200 Meter in 24,39 Sekunden Süddeutsche Meisterin und Louise Wieland (LG Stadtwerke München) Dritte in 24,74 Sekunden, während Tina Vetter (1. FC Passau) über 100 Meter zu Silber stürmte (12,00 Sekunden). Bei den Männern war Aleksandar Askovic (LG Augsburg) über seinen dritten Rang im Finale sowie die Zeit von 10,70 Sekunden wohl ein wenig enttäuscht, hatte er doch im Vor- (10,61 Sekunden) und im Zwischenlauf (10,65 Sekunden) bei vergleichbaren Bedingungen bessere Resultate vorgelegt.

Zwei neue deutsche Senioren-Bestleistungen

Hinter dem spanischen 110-Meter-Hürden-Sieger Pedro Garcia-Fernandez (LG Stadtwerke München; 14,14 Sekunden) gab es gleich eine deutsche Seniorenbestleistung in der M 35 durch den „Evergreen“ Jan Schindzielorz (LG Forchheim). Mit fast 40 Jahren überquerte er nach mehr als respektablen 14,49 Sekunden als Zweiter die Lichtschranke. Ebenfalls eine neue deutsche Bestmarke in ihrer Altersklasse W 50 gelang der unverwüstlichen Eva Trost (ASV Piding) mit 4:37,89 Minuten über 1500 Meter - eine Zeit, mit der sie bei den durchgehend jüngeren Frauen sogar Dritte werden konnte. Noch einen Tick schneller als war Kerstin Hirscher (TG Viktoria Augsburg), die sich in 4:32,74 Minuten den süddeutschen Titel holen konnte.

Über 400 Meter konnte sich Benedikt Wiesend (LG Stadtwerke München) einmal mehr auf sein Finish verlassen, das ihm in 47,59 Sekunden Gold bescherte. Wer mit Hammer die 70-Meter-Marke übertrifft, der gehört in Deutschland 2018 schon zur absoluten Creme in dieser Disziplin. Bei den Süddeutschen Meisterschaften gelang dies Johannes Bichler (LG Stadtwerke München), der sich den Titel mit 70,81 Meter vor Paul Sahner (LC Rehlingen; 69,52 Meter) und seinem bayerischen Dauer-Kontrahenten Tristan Schwandke (TV Hindelang; 67,05 Meter) holte.Auch in der Frauenklasse dominierte die Farbenkombination weiß-blau auf dem Siegerpodest. Dass allerdings die gerade erst in die U 20 aufgestiegene Nancy Randig (SWC Regensburg) mit starken 56,21 Meter Jessyka Schneider (TV Hindelang; 53,60 Meter) in die Schranken weisen würde, war eine Überraschung.

Im Kugelstoßen hatte er noch als Dritter hinter dem überragenden Ex-Wasserburger Simon Bayer (VfL Sindelfingen), der mit 19,91 Meter die EM-Norm für Berlin nur um neun Zentimeter verpasste, mit seinen 18,48 Meter gehadert, so klappte es wenig später für Christian Zimmermann (Kirchheimer SC) in seiner "Nebendisziplin" Diskuswerfen um so besser. Mit neuer Bestleistung von 58,65 Meter hielt der 24-Jährige Michael Salzer (TG Nürtingen; 56,01 Meter) auf Abstand. Weitere Medaillen im Wurfbereich gab es für Sabrina Zeug (LG Oberland) im Kugelstoßen (13,72 Meter), Magdalena Scheffl (LG Würm Athletik) sowie Linus Limmer (LG Stadtwerke München) (61,94 Meter) im Speerwerfen (45,08 Meter), wo sie jeweils Dritte wurden.

Titel für Marko und Pröger

Mit dem Titel "Süddeutscher Meister" durften Hochspringer Manuel Marko (MTV 1881 Ingolstadt; 2,06 Meter), der vor Sven Glück (TV Schierling; 2,03 Meter) landete, sowie Weitspringerin Tina Pröger (TSV Zirndorf; 5,99 Meter - auf Platz drei landete Katharina Sasse; TSV Schließheim; 5,72 Meter) Erding verlassen. Im Hochsprung der Frauen floppte Anna Lena Sinn (LG Erlangen) als Dritte über 1,70 Meter. Nichts mit dem erhofften Titel im Dreisprung der Männer wurde es für die Hop-Step-Jump-Spezialisten der LG Stadtwerke München. In einer denkbar knappen Entscheidung kam David Kirch als Zweiter auf 15,26 Meter, während für den Favoriten Paul Walschburger nur Rang drie mit 15,24 meter blieb. Dagegen freute sich Anna Dupke (TS Herzogenaurach) über ihre Süddeutsche Vizemeisterschaft im Dreisprung (12,18 Meter), während Maximilian Kurzbuch (TSV 1880 Wasserburg) im Stabhochsprung mit guten 4,60 Meter auf Platz drei landete.

Auch die Läufer lieferten ihren Teil an der reichen bayerischen Ausbeute. Corinne Kohlmann (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) gewann über 800 Meter in 2:07,88 Minuten, während Gesa Bohn (LAC Quelle Fürth) über 5000 Meter nicht zu schlagen war (17:11,15 Minuten). Als die Männer auf die beiden Stadionrunden gingen, mussten sowohl Adrian König-Rannenberg (LG Stadtwerke München; 1:53,92 Minuten) wie auch Marco Kürzdörfer (LSC Höchstadt/Aisch; 1:54,10 Minuten) die Überlegenheit von Sieger Lukas Abele (SSV Hanau-Rodenbach; 1:52,06 Minuten) anerkennen

Jeweils Silber und Bronze gab es über 400 Meter Hürden für Mario Saur (MTV 1881 Ingolstadt; 53,38 Sekunden) und Andreas Kölbl (TSV Penzberg; 53,86 Sekunden) sowie im 100 Meter Finale der Frauen für Katharian Winkler (LG Erlangen; 13,81 Sekunden), hauchdünn vor Johanna Windmaier (TSV 1880 Wasserburg; 13,82 Sekunden). Im 1500-Meter-Finale schaffte es Hiob Gebisso (TG Viktoria Augsburg) mit einem ähnlichen knappen Abstand zu Nick Jäger (TSV Penzberg) noch aufs Treppchen. Ihre Zeiten: 3:58,74 zu 3:58,77 Minuten.

In der 4 x 400 Meter-Staffel konnten die Zuschauer nach ihrer Verletzungspause ein Wiedersehen mit Fabienne Kohlmann feiern. Mit ihren Vereinskameradinnen von der LG Karlstadt-Gambach-Lohr holte sich die vor kurzem nachträglich zur Staffel-Europameisterin von 2010 gekürten Läuferin den Titel in 3:52,29 Minuten. Über 4 x 100 Meter bei den Frauen sprintete das Quartett des 1. FC Passau zu Bronze (47,98 Sekunden).

Fabian Olbert sprintet an die deutsche Spitze

Einen „Lauf“ hat derzeit U 18-Sprinter Fabian Olbert (LG Stadtwerke München). Nachdem sich der 17-Jährige, der normalerweise vom Hürdensprint kommt, in der Woche zuvor in Schweinfurt überraschend für die U 18-EM in Györ (Ungarn; 5. bis 8. Juli) qualifizieren konnte, brannte er nun bei seinem „Heimspiel“ in Erding erneut ein Feuerwerk auf die blaue Bahn. 10,60 Sekunden bei optimalem Rückenwind (+2,0 m/sec) standen am Ende auf der Anzeigetafel. Auch die zweite Sprintdisziplin an diesem Wochenende blieb in der männlichen U 18 in der Hand der LG Stadtwerke München. Florian Knerlein, der das Ticket nach Györ nur hauchdünn verpasst hatte, konnte sich als Meister über 200 Meter auf starke 21,84 Sekunden steigern.

Mit einer Goldmedaille im Gepäck kam Hochspringer Philipp Reß (LA Team Alzenau) von seinem Ausflug nach Oberbayern zurück nach Unterfranken. Seine 1,95 Meter waren in der U 18 das Maß aller Dinge. Mit Florian Roth (TSV Vaterstetten) kam noch ein weiterer Bayer auf Rang drei (1,89 Meter). Nur ein Fehlversuch trennte Lokalmatador Sebastian Woelckert (TSV 1862 Erding) vom Titel im Stabhochsprung. Mit 4,40 Meter sprang er genauso hoch, wie der neue Süddeutsche Meister Luca Jakob (TSV Dagersheim), gewann aber "nur" Silber. Das Maß aller Dinge im Hammerwurf war bei den U 18-Jungs Merlin Hummel (UAC Kulmbach). Mit 62,16 Meter hielt er die Konkurrenz um fast drei Meter auf Abstand und betrieb damit auch ein wenig Frustbewältigung wegen der verpassten EM-Teilnahme.

Ein Klasse für sich war bei den U 18-Mädchen über 800 Meter Louisa Fischer (LG Kreis Dachau) mit ihrer Siegerzeit von 2:13,63 Minuten. Über 400 Meter Hürden katapuliterte sich Viviane Heilmann (TV DJK Hammelburg) als neue Süddeutsche Meisterin und einer Steigerung auf 61,03 Sekunden direkt auf Platz drei der deutschen Rangliste. Gerade einmal 15 Jahre jung ist Hochspringerin Lea Holtmann (LG Sempt). In Erding bot sie keiner Geringeren als der Deutschen U 16-Meister Jenna Fee Feyerabend (TV Groß-Gerau) die Stirn. Beide überquerten 1,72 Meter, doch Feyerabend benötigte dafür weniger Fehlversuche. Doch die Zeit von Lea Holtmann kommt noch . . .

Gleiches gilt für Cassandra Bailey (LG Stadtwerke München). Die Kugelstoßerin hatte in Schweinfurt nur um einen Zentimeter das Ticket für die U 16-EM verpasst. In Erding wurde sie mit 15,41 Meter Süddeutsche U 18-Meisterin. Ebenfalls als "Kandidatin auf Abruf" für Györ fungiert Speerfwerferin Maxime Kirschner (LG Kreis Dachau). Mit 49,84 Meter schleuderte sie das Wurfgerät auf ihre bislang zweitgrößte Weite und holte sich souverän den Titel.