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28.08.18 10:21 Alter: 27 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Jugend / Schüler
Von: Reinhard Köchl

DM Mehrkampf Wesel: Bayern richten sich auf dem Siegertreppchen ein

Man muss lange zurückblicken, ehe man auf eine ähnlich erfolgreiche bayerische Bilanz bei Deutschen Mehrkampfmeisterschaften stößt, wie die am vergangenen Wochenende bei den Titelkämpfen in Wesel am Niederrhein. Insgesamt vier Mal Edelmetall, davon drei im Jugendbereich, gab es für die vielseitigen Leichtathleten aus dem Freistaat. Ein ganze Reihe weiterer Top-Acht-Platzierungen runden den Eindruck ab, dass es mit dem weißblauen Mehrkampf weiter kontinuierlich aufwärts geht.


Jonas Perner legte in seiner Spezialdisziplin Stabhochsprung den Grundstein für Bronze bei den Deutschen Meisterschaften.

Ebenfalls über den dritten Rang in der Endabrechnung freuen konnte sich Luisa Tremel.

Möglicherweise hätte es sogar noch ein paar Medaillen mehr sein können, denn einige der bayerischen Athleten verpassten als Viertplatzierte nur um Haaresbreite das Stockerl. Von seiner persönlichen Bestleistung her, die er als Sieger bei den Bayerischen Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen erzielte (7117) wäre Mario Saur (MTV 1881 Ingolstadt) bei den Männern auf jeden Fall ein Kandidat für Silber oder Bronze gewesen - gerade weil die großen Namen nach den Europameisterschaften fast schon "traditionell" bei  Deutschen Meisterschaften fehlten. In der Tat lag der 29-Jährige, den viele bislang vor allem als mehrfachen Bayerischen Meister und DM-Endlaufteilnehmer über 400 Meter Hürden kannten, bei Halbzeit aussichtsreich auf Rang zwei. Einige kleinere Durchhänger im Diskuswurf und im Stabhochsprung ließen Saur dann jedoch in der Endabrechnung etwas unglücklich auf Platz vier (6870) abrutschen. Dabei legte er sowohl über 400 Meter (49,76 Sekunden) wie auch über 1500 Meter (4:19,97 Minuten) die schnellsten Zeiten aller Teilnehmer inklusive der U 23 auf die Bahn.

Mannschafts-Silber für Stadtwerke-Frauen

Dafür gab es für die Frauen der LG Stadtwerke München Mannschaftssilber. Dank einer über sich hinaus wachsenden Jana Rieger, die in gleich drei Disziplinen ihre bisherige persönliche Bestleistung überbieten konnte und im Speerwerfen erst zum zweiten Mail die 40-Meter-Marke übertraf (41,44 Meter), was zu Platz zehn in der Einzelwertung reichte (4952), Julia Schneider auf Rang elf (4890) und Carlotta Schraub auf dem 13. Platz (4792) kamen die Münchnerinnen hinter der LT DSHS Köln (14 859) auf den Silberrang (14 634). Beste Einzelstarterin aus Bayern war Isabel Mayer (LAC Quelle Fürth). Mit ihren 4974 Zähler schob sie sich auf den neunten Platz.

Seit Jahren eine feste Größe im bayerischen Mehrkampf ist Katharina Sasse (TSV Schleißheim). In ihrem ersten Erwachsenenjahr gelang ihr nun mit dem fünften Rang in der weiblichen U 23-Wertung der Sprung in die erweiterte deutsche Spitze mit 5038 Punkten, womit sie gleichzeitig das beste Ergebnis aller Frauen aus Bayern ablieferte. Herausragend war bei ihr wie gewohnt der Weitsprung mit 5,70 Meter.

Ebenfalls ein bisschen mit sich und der welt haderte in Wesel Bayerns bester U 18-Zehnkämpfer Lukas Radis (LAG Garmisch-Partenkirchen). Seine ausgezeichneten 6515 Zähler langten nach zwei Tagen leider nur zur "Holzmedaille", sprich zu Rang vier. Dabei präsentierte sich Radis einmal mehr als ein überaus ausgeglichener Vielseitigkeits-Sportler ohne erkennbare Schwächen, wobei ganz leicht die Wurfdisziplinen zu seinen starken Seiten zählen. Im Kugelstoßen gelangen ihm 14,15 Meter, im Diskuswerfen 38,90 Meter und im Speerwerfen sogar 56,83 Meter.

Jocher wird Vizemeister, Tremel und Perner gewinnen Bronze

Groß war dagegen die Freude bei drei jungen Bayern, die allesamt den Sprung aufs Siegertreppchen schafften. Welche immenses Mehrkampfpotenzial in Luisa Tremel (TSV 1909 Gersthofen) steckte, bekamen die Konkurrentinnen im Siebenkampf der weiblichen U 18 eindrucksvoll zu spüren. Die vor allem als Hochspringerin bekannte 16-jährige Schwäbin kam beim wichtigsten Wettkampf des Jahres in einen regelrechten Flow und belegte schlussendlich einen völlig unerwarteten dritten Rang (5145), wobei nur mickrige acht Punkte zur Zweitplatzierten Annkathrin Hoven (ART Düsseldorf; 5153) fehlten. Logisch, dass Tremel im Hochsprung mit übersprungenen 1,72 Meter richtig punkten konnte. Aber auch andere Leistungen wie die  14,82 Sekunden über 100 Meter Hürden, die 12,26 Meter im Kugelstoßen und die 41,98 Meter mit dem Speer gereichen jeder Spezialistin zur Ehre. Sehr stark auch Emily Schuster (SpVgg Auerbach/Streitheim), die als Sechste noch über die 5000-Punkte-Marke kam (5019).

Rundum zufrieden durfte mit Roman Jocher (TSV Königsbrunn) ein weiterer starker schwäbischer Mehrkämpfer sein. Der gerade einmal 15-Jährige Allrounder fand sich im Neunkampf der M 15 in der Endabrechnung mit 5330 Zählern auf dem Silberrang wieder, nur geschlagen vom überragenden neuen Deutschen Meister Luc Mehnert (SC Potsdam; 5785). Wenigstens ein Mal gelang es Jocher, sich vor Mehnert zu setzen: Im Hochsprung überwand er als Bester des gesamten Feldes 1,80 Meter. Ansonsten zählte Ausgeglichenheit zu den großen Stärken des jungen Ausnahme-Mehrkämpfer. Auf dem achten Rang landete mit Robin Ott (LA-Team Alzenau; 5145) ein weiterer Hoffnungsträger aus dem Freistaat.

Doch damit nicht genug mit den Talenten. Für Jonas Perner (LG Fichtelgebirge) gab es im Neunkampf der M 14 ein hell glänzende Bronzemedaille, bei der er die 5000-Punkte-Marke gerade eben übertraf (5008). Nach Perners Bayerntiteln im Blockmehrkampf Sprint/Sprung, im Stabhochsprung der M14, dem Neunkampftitel Meistertitel in Garmisch und Gold bei den Süddeutschen Meisterschaften im Stabhochsprung ist dies bereits sein fünfter großer Erfolg in dieser Saison. In Wesel überzeugte er gleich mit sieben neuen Bestleistungen. Dies war aber auch nötig, denn mit seinem bisherigen Hausrekord von Garmisch wäre er lediglich auf dem zehnten Platz gelandet. In einem ausgeglichenen Teilnehmerfeld gab es einen Kampf auf Biegen und Brechen bis zur letzten Disziplin, wobei sich Jonas Perner insbesondere in seiner Paradedisziplin Stabhochsprung mit 3,70 Meter nach vorne schieben konnte. Mit dieser Leistung belegt er nun auch die Spitzenposition in der M 14 in Deutschland. Seine 5008 Punkte bedeuten zudem neuen Oberfränkischen Rekord und liegen nur 42 Punkte vom Bayerischen Rekord entfernt.

 

 

In der Mannschaftswertung der M 15/M 14 erreichte die LG Stadtwerke München in der Addition 13 816 Zähler, was Platz fünf bedeutete.

 

 

Über einen guten achten Platz freuen durfte sich obendrein Hannah Wörlein (TSV Ochenbruck) im Siebenkampf der W 14. Sie erreichte 3584 Zähler.