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04.09.18 13:41 Alter: 20 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Laufsport, Senioren- und Breitensport
Von: Dieter Claus

Berglauf-DM am Brocken: Maximilian Zeus bleibt der Berg-König Deutschlands

Maximilian Zeus (LG Telis Finanz Regensburg) befindet sich seit gestern wieder im Läufer-Olymp, konnte der 23-jährige Student doch seinen Titel als schnellster deutscher Bergläufer bei den Titelkämpfen am Brocken verteidigen. Die Leistungsdichte an erfolgreichen Bergläufern in diversen bayerischen Vereinen führte insbesondere in den Seniorenklassen zu einem wahren Medaillenregen.


Erfolgreich, auch im neuen Trikot: Maximilian Zeus verteidigte am Brocken seinen DM-Titel.

Da lagen sie noch discht beisammen: (von links) Aaron Bienenfeld, Maximlian Zeus und Konstantin Wedel.

Bei der Siegerehrung gratuliert auch DLV-Berglaufwart Kurt König (rechts).

Bis zirka 10,5 Kilometer führte Konstantin Wedel (LAC Quelle Fürth). "Als ich das erste Mal die Spitze übernommen habe, konnten Aaron Bienenfeld und Konstantin Wedel noch einmal kontern und sich 15 bis 20 Meter von mir absetzen. 500 Meter vor dem Ziel habe ich noch einmal eine finale Attacke riskiert, die am Ende knapp gereicht hat zum Sieg!" So schildert Maximilian Zeus die entscheidenden Momente seiner erfolgreichen Titelverteidigung. Das nächste Ziel stellt für den BWL-Studenten die Berglauf-Weltmeisterschaften in Canillo (Andorra) dar. Auf den dritten Platz rannte am Brocken Konstantin Wedel mit einem Rückstand von gerade einmal vier Sekunden auf Zeus.

Die Konkurrenz bei den Frauen verlief in Abwesenheit der bayerischen Eliteläuferinnen. Als schnellste Bergläuferin des Freistaates erreichte Ramona Niederreuther (LC Chiemgau-Steigenberger) den 13. Platz. Knapp am Medaillenrang in der Mannschaftswertung "Frauen Gesamt" schrammte das Rosenheimer Team Kristina Schollerer, Amelie Hofbaur und Mechthilde Bauer vorbei. Mit Bronze in der Teamwertung fuhren das Trio Michael Laur, Franz Schweiger und Wolfgang Wäger von der LG Allgäu nach Hause.

Die Präferenz für den Berglauf anstatt der DM über zehn Kilometer in Bremen zeigte sich vor allem bei den bayerischen Senioren. Bei den Seniorinnen von Vereinen des BLV, die mit Erfolg Edelmetall  im Harz geschürft hatten, fanden Silber (Rosi Bayer; LC Mittenwald, sowie Karin Rothenberger; PTSV Rosenheim) und Bronze (Edith Grasmann und Sieglinde Flexeder; beide SVG Ruhstorf/Rott).    

M 35

"Ich wusste nicht, wo ich liege, und dann fehlten mir zum Drittplatzierten nur zehn Sekunden", erklärte Markus Brennauer (TSV Penzberg), wie er zum vierten Platz in der M 35 kam. "Aber es war eine schöne Erfahrung, und ich bin nicht enttäuscht", resümierte der Realschullehrer.

M 40 - M 45

Eher unerwartet lief es für Wolfgang Wäger (LG Allgäu). "Er hat das Rennen seines Lebens gemacht", lobt ihn sein Vereinskamerad Thomas Langer. Wäger, der gerne Trail- und Ultraläufe macht, holte sich am Brocken insgesamt drei Mal Edelmetall, da er der LG Allgäu auch noch in der Teamwertung M 40/45 zur Goldmedaille verhalf. Seine Mitstreiter Franz Schweiger und Thomas Langer erkämpften sich in der M 45 Silber und Bronze. Langer ist mit seinem dritten Platz sehr zufrieden: "Bei mir lief es nicht ganz so gut. Ein paar Sekunden langsamer und ich lande auf Platz fünf. Der zirka drei Kiloemeter lange Plattenweg vor dem Ziel hatte anfangs eine Steigung von durchgehend 15 bis 20 Prozent. Nur der letzte Kilometer war flacher. Diese Steigung war mir zum Laufen fast zu steil und zum Gehen zu flach." Auch der vierte Platz wurde in der M 45 mit Denis Mietzsch (MTV 1881 Ingolstadt) von einem bekannten bayerischen Läufer eingenommen.

M 50 - M 55

"Im Stillen habe ich durchaus mit einem Sieg gerechnet. Es lief ja schon bei der Senioren-WM in Slowenien ganz gut", sagte der neue deutsche Berglaufmeister der Klasse M 50, Roland Wild (LG Bamberg). Anton Gröschl (PTSV Rosenheim) fuhr zur DM, um seiner Mannschaft zu dienen und die Rosenheimer Frauen zu coachen. In der M 55 erlebte dann Gröschl eine ihm bislang unbekannte Siegerehrung. Obwohl in der Ergebnisliste als Vierter ausgewiesen, erhielt Gröschl aufgrund der gleichen Zeit wie ein Thüringer Läufer auch eine Bronzemedaille. Eine Silbermedaille gab es dann für Gröschl noch in der Teamwertung M 50/M 55 mit Bertram Moll und dem bayerischen Berglaufwart Josef Wolf.

M 60 - M 75

Die bayerische Dominanz spiegelt sich nicht zuletzt in dieser Alterskohorte wider. "Ich bin mit dem Wunsch der Titelverteidigung angereist. Auf der Betonstraße war ich aber fertig", berichtete der alte und neue deutsche Berglaufmeister in der M 60, Franz Prager (LG Passau). "Viktor Daudrich hat mit diesem Sieg in der M 65 meine Erwartungen übertroffen", freut sich der Betreuer der SVG Ruhstorf/Rott, Ludwig Grasmann. Gemeinsam mit Ludwig Lang als Viertem in der M 60 und dem Sieger in der M 75, Dr. Wolfgang Huber, holten die Niederbayern in der Mannschaftswertung die Bronzemedaille. Dazu brauchten sie nicht einmal den zweiten Platz von Erhard Sprenzinger in der M 70.

Der Sieg in der M 60+ ging ein weiteres Mal in diesem Jahr mit Hans Bouricha-Hörmann, Klaus Löwenhagen und Walter Engelbert an den FC Ebershausen. Mit Mannschaftssilber beziehungsweise einem guten vierten Platz in der Kategorie M 60+ finden sich in der Siegerliste die LG Allgäu (Georg Fischer, Otto Hörmann, Wolfgang Leonhard) sowie der TV Bad Brückenau (Karl-Heinz Handel, Reinhart Vogler, Manfred Dormann). Auch kritische Worte zur Veranstaltung formuliert der Drittplatzierte in der M65 Elmar Fries (TV Geiselhöring): "Ich merkte bald, dass ich einen guten Tag erwischt hatte. Obwohl ich wenig trainiert hatte sammelte ich einen nach dem anderen ein. Die Siegerehrung war aber kein Höhepunkt. In einer alten, muffigen Gießerei fand sie erst nach stundenlanger Wartezeit statt." Ärger bereitete bei den Athleten die zunächst falsche Einteilung in den Mannschaftswertungen.

"Sportlich gesehen war die DM am Brocken ein voller Erfolg. Wir sahen packende Zweikämpfe, jede Menge Emotionen und im Ziel glückliche Gesichter. Die moderne, harte Strecke war in jedem Fall meisterschaftswürdig. Die von mir prognostizierten Favoriten haben sich auch am Brocken durchgesetzt", so bewertete DLV Berglauf-Teamchef Kurt König die Meisterschaft am vergangenen Samstag.