| Jürgen
Mallow Mittelstreckler brauchen Ausdauer ! Vor einiger Zeit musste man befürchten, dass die Wahrheit, die in der Überschrift plakativ zum Ausdruck kommt, in Vergessenheit gerät. Wer weiß denn noch, dass einer der erfolgreichsten Trainer der Welt, Arthur Lydiard, seine 800-m-Läufer im Training Halbmarathon laufen ließ? Wer weiß, dass der Olympiasieger über 800m des Jahres 1972 bei seiner Vorbereitung als letzten Wettkampf unmittelbar vor den Spielen 5000m lief? Oder...oder...oder....
Die Antworten sind am Ende nachzulesen. Man könnte
weitere Beispiele anführen. Paul Schmidt ließ nicht ohne
Grund seine Kaderathleten (800m, 1500m) Jahr für Jahr mit einem
3000-m-Lauf die Saison eröffnen. Heute muss
man nur die Augen öffnen, seine Vorbehalte (und Ängste!!!)
in die Mottenkiste werfen und "richtig trainieren": Wir müssen auch nicht mehr so weit in die Vergangenheit schauen, unsere beiden erfolgreichsten Mittelstreckler der letzten Jahre machen es uns vor: Nils Schumann finden wir als 15jährigen in der Deutschen Bestenliste über, wer hätte es gedacht: 3000m (9:29,45min). Als 17jähriger startet er auch über 7,5 km (24:35) - und sein erstes A-Jugend-Jahr beginnt er, am 5. Mai, mit einem 5000-m-Lauf in 15:17,92min (am Jahresende erreichte er auf seiner Spezialstrecke 1:48,35min). Die Saisonbestzeiten von Wolfram Müller im Jahr 2000 lassen -vor allem in Verbindung mit den Terminen, an denen sie erzielt wurden - auch einiges über den Zusammenhang von Ausdauervoraussetzungen und Leistungsentwicklung auf den Mittelstrecken erkennen:17.05. 5000m 13:51,49 min 31.05. 3000m 7:52,46 min 22.07. 800m 1:47,17 min 30.07. 1500m 3:39,03 min "Eines schickt sich nicht für alles..." werden jetzt einzelne kritisch einwenden und an den einen oder anderen 800-m-Spezialisten erinnern, bei dem nun wirklich keine Langstrecken-leistung aufzufinden ist. Das sind aber fast ausschließlich Athleten, die auch über 400m Spitzenleistungen aufweisen (und so schnell sind unsere Jugendlichen meist doch nicht...). Die Konsequenz, die für die Leistungsentwicklung Jugendlicher zu ziehen ist, lautet einfach: ihr müsst mehr Ausdauer trainieren! ihr müsst besser Ausdauer trainieren! ihr müsst euch auch den Anforderungen der längeren Strecken stellen! Die kommenden Monate sind dafür bestens geeignet: im März allgemeine und spezielle Grundlagenausdauer: Dauerläufe GA1, anspruchsvolles (!) Kreistraining, große Spiele für die Entwicklung der erforderlichen Basis im April wird dieses Programm fortgeführt und durch GA1/GA2-Belastungen (Fahrtspiel, längere Tempoläufe) und durch Kraftausdauer-Programme ergänzt.
einmal in der KW 11 oder 12, und ein zweites Mal in KW 16. Für die Trainer unserer Schüler und Schülerinnen sowie die der B-Jugend ist das ohnehin ganz selbstverständlich: alle starten sowohl auf den kurzen Strecken (100m, 300m bzw. 400m) als auch auf den "Langstrecken" 2000m und 3000m. Nur so erreichen wir beides: die jungen Athleten verlieren die Scheu vor langen Strecken - und sie werden ausdauerstark und besser trainierbar. In diesem Sinne wollen wir überall (im Verein, in Stützpunkten und Lehrgängen) die kommenden Wochen gut nutzen!
|