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Leichtathletik

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26.05.10 16:01 Alter: 10 Monat(e)
Kategorie: Leichtathletik, Jugend / Schüler
Von: Reinhard Köchl

Sebastian Barth und Simon Lang sammeln wertvolle Erfahrungen in Moskau

Nach 14,27 Sekunden war der Traum für Sebastian Barth (LG Würm Athletik) von der Teilnahme an den Olympischen Jugendspielen in Singapur ausgeträumt. Ebenso wie Simon Lang (LAV Naila) im Hammerwerfen blieb er bei der kontinentalen Ausscheidung in Moskau in der ersten Runde hängen – unglücklich.


Sebastian Barth gehört wie Simon Lang die Zukunft. Foto: Kiefner

Barth, der sich erst im Herbst vergangenen Jahres dazu entschlossen hatte, alles auf die Karte Hürdenlauf zu setzen, musste in der russischen Metropole am vergangenen Samstag vor allem seiner mangelnden Erfahrung sowie einigen unglücklichen Umständen Tribut zollen. Im zweiten Vorlauf über 110 Meter Hürden schien sich offenbar alles gegen den 17-jährigen Gilchinger verschworen zu haben. „Das gesamte Wochenende über herrschte in Moskau herrliches Wetter“, berichtete BLV-Hürdentrainer Dirk Horn, der seinen Schützling begleitet hatte. „Aber ausgerechnet in der Vorbereitung des Hürdenlaufes gab es einen Wolkenbruch mit einem Temperatursturz von 15 Grad. Dazu kam noch, dass Sebastian der Sprintspike beim Anziehen kaputt ging, so dass er ihn mit einem Tape flicken musste.“

Dennoch, so Horn, habe Barth einen glänzenden Start erwischt, der ihn schon nach wenigen Hürden um gut zweieinhalb Meter in Führung brachte. Dann aber wäre er bei der sechsten Hürde beinahe gestürzt. Das gleiche Malheuer passierte bei der zehnten Hürde. „Ein ganz beschissener Lauf“, machte Horn aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Mit der schlechteste der gesamten Saison.“ Um so erstaunlicher sei deshalb die Zeit von 14,27 Sekunden gewesen, insgesamt die elfbeste in ganz Europa.

„Wie kann man sich nur so schlecht verkaufen?“, gab sich auch der Nachwuchssprinter selbst nach dem Abenteuer Moskau ratlos. Wer jedoch glaubt, dass der Nachwuchs-Hürdensprinter nun den Kopf in den Sand stecken würde, der kennt Sebastian Barth nicht richtig. Horn: „Seine Konsequenz daraus ist wirklich beeindruckend. Er hakt es ab, sagt, dass es eben passiert ist und er der beste Deutsche war. Für jemanden, der das erst seit einigen Monaten richtig systematisch macht, nicht schlecht. Und nun ist er motivierter denn ja und will noch härter als zuvor an sich arbeiten.“ Keine Frage: Von Sebastian Barth wird man mit Sicherheit noch hören.

Ebenso wie von Simon Lang, der in der Qualifikationsgruppe des Hammerwerfens nicht ganz an seine Bestleistung von 66,70 Meter, erzielt bei den Deutschen Winterwurfmeisterschaften in Halle/Saale, herankam. Sie hätte nämlich gereicht, um sich für das Finale der besten europäischen Werfer zu qualifizieren. So jedoch landete Lang auf dem siebten Platz des Vorkampfes, nachdem sein erster Versuch ungültig war, der zweite bei 59,09 Meter im Rasen des Luschniki-Stadions einschlug und der dritte schließlich bei 63,91 Meter landete. Dennoch zogen die beiden bayerischen Hoffnungsträger mit etwas Abstand ein positives Fazit ihres Moskau-Trips. Denn eine Erfahrung wie diese kann für den weiteren Reifeprozess eines „ungeschliffenen Rohdiamanten“ mitunter Gold wert sein.