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Leichtathletik

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07.06.10 00:09 Alter: 9 Monat(e)
Kategorie: Leichtathletik
Von: Reinhard Köchl

Erfolgreicher Motor und kritischer Geist: Kurt Ring erhält DLV-Ehrenschild

Kein Startschuss störte im ansonsten straff organisierten Gala-Programm. Als Kurt Ring, der „Motor“ der LG Telis Finanz Regensburg, am Samstag von DLV-Präsident Clemens Prokop den Ehrenschild des Deutschen Leichtathletikverbandes überreicht bekam, herrschte Ruhe vor dem später tosenden Applaus.


Kurt Ring. Foto: Kiefner

Er sei ein Vorbild sowohl als Trainer wie auch als Festivalmacher, hieß es in der Begründung. Was Kurt Ring anpacke, das gelinge einfach. Auch wenn einige die Passage mit dem „unbequemen Mahner, der seinen Finger nur allzu gerne in die Wunde legt“ an dieser Stelle gerne überhört hätten, so trifft sie doch das Naturell Rings besser, als jede andere Charakterisierung. Keine 24 Stunden später nämlich, als von vielen Stellen das Lob über die gelungene Sparkasse Gala auf den Meeting-Direktor nur so hernieder geprasselt war, gab er sich im Gespräch mit BLVonline überraschend kritisch. „Die Gala 2010 war mit der im vergangenen Jahr auf keinen Fall zu vergleichen – in negativer Hinsicht“, bilanzierte Ring.„Aus meiner Sicht gab es diesmal viel zu viele Störfaktoren im Ablauf, die nach außen hin aber nicht sichtbar waren.“ Ein Dorn im Auge sei ihm vor allem das „wilde, unprofesionelle Durcheinandermelden der Trainer und Bundestrainer“ gewesen, die sorgsam gesetzte Läufe kurzfristig einfach wieder auseinanderrissen. Einige Sprinter seien nicht mehr zum Endlauf angetreten, angeblich wegen des geringen Gegenwindes. Ring verurteilte zudem die „unsinnigen Tempomacherrennen“. Der Meetingdirektor: „Wir leben in einer reinen Normenwelt, in der wir das richtige Laufen längst verlernt haben.“ Seinen Ärger will der Telis-Chef nun in den nächsten Tagen niederschreiben („Ohne jemanden namentlich anzugreifen“) und veröffentlichen. Auf die Reaktionen darf man jetzt schon gespannt sein.

Ring betonte freilich, dass er sich über die Verleihung des Ehrenschildes freue. „Ich kann den Preis nur nicht einschätzen. Es ist jedoch nicht so wichtig, dass ich im Mittelpunkt stehe. Vielmehr geht es mir darum, dass die gesamte Veranstaltung rund läuft und alle mit dem Resultat zufrieden sein können.“ Die Annahme, er habe sich während der Verleihungszeremonie Tränen der Rührung aus dem Auge gewischt, wie mancher auf der Großbildleinwand erkannt haben wollte, verweist Kurt Ring ins Reich der Fabel: „Das war die Sonnencreme, die mir ins Auge gelaufen ist, mehr nicht. Das juckt wirklich höllisch!“