Unsere Partner:        

Sie sind nicht angemeldet | Login | Drucken

Startseite/  Nachricht Detail

Leichtathletik

< Vorheriger Artikel

10.06.10 17:26 Alter: 9 Monat(e)
Kategorie: Leichtathletik
Von: Albert Fichtner

Moosach: Der etwas andere Wurfplatz feiert 250. Jubiläum

Seit 1973 treffen sich auf dem naturnahen Wurfplatz am alten Bahnhof in Moosach bei Grafing Hammerwerfer, Kugelstoßer und Diskuswerfer aus dem gesamten süddeutschen Raum, um sich in familiärer Atmosphäre im Wettkampf zu messen. Im Mai feierten die Veranstalter sogar ein Jubiläum: den 250. Wettkampf.


Albert Fichtner entdeckte 1973 das Werfer-Paradies in Moosach und ist auch Autor dieses Jubiläums-Beitrages.

Von Anfängern, Bayerischen und Deutschen Meistern bis hin zu Senioren-Weltmeistern ist die Teilnehmerpalette seit 1973 breit gestreut. Da kann es dann auch schon einmal vorkommen, dass die Kampfrichter zwischen den einzelnen Würfen einen 40-Meter-Sprint absolvieren, um die divergierenden Wurfweiten messen zu können.

Was man hier nicht findet, ist ein überflüssiger Stellplatz, der bereits 90 Minuten vor Wettkampfbeginn eine Anwesenheitskontrolle einfordert, ein Call-Room in dem es nach dem Aufwärmen ewig und möglicherweise frierend heißt, auf den Beginn seines Wettkampfes zu warten. Auch gibt es keine kleinkarierten Funktionäre, die engstirnig auf der Einhaltung formalistischer Regeln beharren, wie zum Beispiel dem Tragen von Brust- und Rückenstartnummern auf einer offiziellen Vereinskleidung.

Genausowenig ist es erforderlich, sich wochenlang vorher zu den Wettkämpfen anzumelden. Wer am Wettkampftag anwesend ist, macht mit, und sollte jemand zu seinem Wettbewerb zu spät kommen, dann findet sich immer noch eine athletengerechte Lösung. Natürlich gibt es somit auch nicht die übliche Abzocke mit den bei Nachmeldungen erhöhten Startgeldern.

Zugegeben, es kann schon einmal vorkommen, dass sich der Zeitplan infolge unerwartet großer Teilnehmerfelder nicht einhalten lässt. Aber mit diesem Problem wird man regelmäßig auch bei Wettkämpfen konfrontiert, deren Ausrichter es nicht schaffen, mit aktualisierten Zeitplänen adäquat auf die lange Zeit vorher bekannten Meldezahlen zu reagieren. Sollte es in Moosach dann wirklich sehr spät und damit dunkel werden, lässt sich im Licht der Autoscheinwerfer immer noch Kugelstoßen.

Im Gegensatz zu manchen Sportfesten entsprechen die Anlagen aber den Wettkampfbestimmungen, die Überprüfung der mitgebrachten Wurfgeräte wird sachkundiger gehandhabt, als dies dort gelegentlich der Fall ist, und selbst die Mitglieder des Kampfgerichts sind im Regelwerk bisweilen um einiges bewanderter.

Beschränkungen sind allerdings durch den an zwei Seiten angrenzenden Bach, die Moosach, gegeben. Links vom Wurfsektor gelegen, hat sie schon manchen Diskus oder Hammer unauffindbar verschluckt, und geradeaus bildet sie zwischen 66 und 70 Metern ein natürliches Hindernis. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, ist auch in Zukunft in Moosach herzlich willkommen.