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08.03.15 12:15 Alter: 4 Monat(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport
Von: Reinhard Köchl

Bayerische Hallen-Mehrkampfmeisterschaften: Simon Ziegler und Tina Pröger ungefährdet zu Gold

Durchaus ansehnliche Starterfelder bei den Jugendliche, Teilnehmerzahlen im einstelligen Bereich bei den Aktiven: Wenig Neues brachten die Bayerischen Hallenmehrkampfmeisterschaften in Fürth. Simon Ziegler (LG Telis Finanz Regensburg) und Tina Pröger (LAC Quelle Fürth) gewannen die Titel bei den Männern und Frauen, für das Punkte-Highlight sorgte einmal mehr Anna-Lena Obermaier (LG Sempt) mit ihrem Sieg in der weiblichen U 20.


Auch in der Halle bester bayerischer Mehrkämpfer: Simon Ziegler.

Auch im Hallen-Fünfkampf erfolgreich: Tina Pröger.

Die Hoffnungsträgerin: Anna-Lena Obermaier. Alle Fotos: Theo Kiefner

Die 18-jährige Oberbayerin repräsentiert schon seit Jahren die These, dass auch Mehrkampf eine Art der Spezialisierung darstellt und sich aus dem komplexen Training durchaus exzellente Einzelleistungen ableiten lassen. So gewann Obermaier zum Beispiel bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften 2014 im Hochsprung die Silbermedaille. Nur scheuen offenbar nach wie vor eine Reihe von Trainern im Freistaat die vielseitige und wohl dosierte Trainingsgestaltung.

In Fürth präsentierte sich Anna-Lena Obermaier einmal mehr als ein Paradebeispiel für Ausgewogenheit, wobei ihre 1,72 Meter in ihrer "Schokoladendisziplin" Hochsprung natürlich alles überragten. 9,13 Sekunden über 60 Meter Hürden, 10,22 Meter mit der Kugel, 5,62 Meter im weitsprung und 2:37,63 Minuten addierten sich schließlich zu 3541 Zähler im Fünfkampf. Damit lag sie um über 400 Punkte vor der Zweiten Sophie Beck (LG Stadtwerke München; 3228) und der Dritten Kerstin Schellenberger (LAC Quelle Fürth; 3183).

Tina Pröger beim "Heimspiel" erfolgreich

Den Titel bei den Frauen räumte bei ihrem "Heimspiel" Tina Pröger (LAC Quelle Fürth) mit 3552 Punkten ab. Interessant dabei ist auch hier der Aspekt, dass die 19-Jährige im vergangenen Jahr bei den Deutschen U 20-Meisterschaften Bronze im Weitsprung gewann, also quasi aus der Vielseitigkeit heraus Topleistungen in einer Einzeldisziplin abrufen kann. Diesmal gelangen der Sechs-Meter-Springerin 5,74 Meter sowie 9,03 Sekunden über 60 Meter Hürden und 1,61 Meter im Hochsprung. Drei- und Weitspringerin Johanna Windmaier (TSV 1880 Wasserburg), eigentlich erst knapp zwei Monate in der U 20 startberechtigt, suchte ihre Chance bei den Frauen. Mit 3442 Zähler wurde sie hinter Pröger Zweite - die gleiche Platzierung hätte sie auch in der Jugendklasse erreicht. Auf dem Bronzerang landete Julia Liedl (SWC Regensburg; 3262).

Simon Ziegler entwickelt sich in der Nachfolge seines inzwischen in Amerika lebenden Vereinskollegen Tom Bechert zum Abonnement-Sieger bei den bayerischen Mehrkampf-Meisterschaften. Die Konkurrenz nimmt jedoch langsam Tuchfühlung zu ihm auf. Natürlich lieferte der erst 21-jährige Bruder des deutschen Dreisprung-Meisters Manuel Ziegler mit 4,50 Meter einen Beweis für seine exzellenten Qualitäten im Stabhochsprung, selbstredend erzielte er mit 7,22 Sekunden die schnellste Zeit über 60 Meter, ebenso wie er mit 6,61 Meter die beste Weitsprungleistung ablieferte oder die 60 Meter Hürden in guten 8,82 Sekunden absolvierte. Doch die "jungen Wilden" mit Noah Kollhuber (LG Sempt) und André Zahl (TS Herzogenaurach), beide Jahrgang 1995, bewiesen in Fürth, dass sie in nicht allzu langer Zeit auf ähnlichem Niveau wie der Oberpfälzer agieren können. Ziegler blieb im Siebenkampf mit 4977 Punkten knapp unter der 5000er-Marke, Kollhuber kam als Zweiter auf 4831 und Zahl erreichte 4739 Zähler. Beide ließen mit 4,40 Meter im Stabhochsprung aufhorchen, Zahl kam obendrein als einziger 1000-Meter-Läufer unter 2:50 Minuten (2:49,69 Minuten).

Aleksandar Askovic: Wie aus einem Sprinter ein Mehrkämpfer wird

Einen erfreuliche Weg hin zum Mehrkampf zeigte der Sieger der männlichen U 20 auf. Eigentlich trat Aleksandar Askovic (LG Augsburg) bislang eher als Sprinter in Erscheinung. In Fürth holte er sich seinen ersten bayerischen Mehrkampftitel mit sehr guten 4910 Punkten und bewies neben dem 60 Metern (7,19 Sekunden) Qualitäten über die Hürden (8,71 Sekunden), im Stabhochsprung (4,10 Meter) oder im Hochsprung (1,79 Meter). Silber ging an Sven Holländer (LG Sempt; 4671, unter anderem 13,81 Meter mit der Kugel) und Bronze an Maximilian Koch (LG Erlangen; 4600; 13,36 Meter mit der Kugel und 1,82 Meter im Hochsprung).

Bei den jüngeren Jahrgängen setzte sich in der männlichen U 18 relativ deutlich Manuel Riemer (TSV 1880 Wasserburg) mit 4557 Zählern vor Anna-Lenas Bruder Korbinian Obermaier (LG Sempt; 4373) und Philipp Rostan (TSV Plattling; 4100) durch. Aus sieben ausgeglichenen Leistungen ragte vor allem Riemers Weitsprung (6,46 Meter) heraus. Ebenfalls mit einem Fünfkampf auf konstant hohem Niveau (unter anderem 11,41 Meter Kugel sowie 5,26 Meter Weit) und ebenso souverän sicherte sich bei der Weiblichen U 18 Katharina Sasse (TSV Schleißheim) den Landestitel. Die 16-Jährige lag mit ihren 3391 Punkten klar vor Jasmin Maxbauer (3145) und Lea Clemens (3138; beide LG Eckental).

Starke Leistungen in der U 16

Traditionell melden zahlreiche U 16-Jugendliche für die Bayerischen Mehrkampfmeisterschaften. Bei den Mädchen traten diesmal 37 junge Athletinnen an, bei den Buben stellten sich 28 Mehrkämpfer den Herausforderungen. Die Leistungen kann man durchwegs als vielversprechend bezeichnen. In der Klasse W 14 holte sich Denis Jaeschke (LG Stadtwerke München) mit 2677 Punkten Gold vor Anna Hofmann (TV Bad Kötzting; 2425) und Alexandra Maier (Kirchheimer SC; 2350). Bei den W 15ern hieß die neue Bayernmeisterin Amalie Korn (LG Stadtwerke München), die vor allem durch ihre Kugelstoßweite von 12,11 Meter und ihren Hürdenlauf (9,14 Sekunden) ein komfortables Polster für ihre 2723 Punkte schuf. Dahinter rangierten Lavinja Jürgens (TSV Kranzegg; 2646, sie schaffte überragende 1,70 Meter im Hochsprung) und die Deutsche W 14-Block-Wurfmeisterin des Vorjahres, Selina Dantzler (LG Stadtwerke München), die auf 2637 Punkte kam und die Kugel 13,79 Meter weit stieß.

Gleich drei junge Athleten kamen in der M 14-Klasse über 2600 Zähler. Den besten Fünfkampf mit einer feinen Hürdenzeit (8,84 Sekunden) und einer exzellenten Kugelstoßweite (12,17 Meter) lieferte Lukas Radis (LAG Garmisch-Partenkirchen). Mit 2693 Punkten gewann er vor Jil Maurice Gorzawsky (LG Stadtwerke München; 2676) und Maxim Schreier (TuS Feuchtwangen; 2610). Bei den älteren Buben aus dem M 15-Jahrgang gab es noch einen Bayerntitel für die LG Sempt, und zwar in Gestalt von Nick Samuel Braune. Er gewann problemlos mit 2822 Zählern vor Benedikt von Hardenberg (LG Landkreis Roth; 2722) und Kilian Fischer (TSV Rottach-Egern; 2691).

Die Mannschaftwertungen gingen an die LG Sempt (U 16 männlich, U 20 männlich), die LG Stadtwerke München (U 16 weiblich), die LG Eckental (U 18 weiblich), die LG ESV Augsburg-TSV Neusäß (Frauen), die LG Würm-Athletik (U 18 männlich). Bei den Männern sowie der weiblichen U 20 kam keine Mannschaftswertung zustande.