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Leichtathletik

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05.07.10 12:37 Alter: 9 Monat(e)
Kategorie: Leichtathletik
Von: Reinhard Köchl

Drei weitere Bayern dürfen sich Hoffnung auf die U 20-WM in Moncton machen

Für die deutschen Nachwuchsathleten ging es bei der Bauhaus Junioren-Gala in Mannheim um die Qualifikation für die U 20-WM im kanadischen Moncton (19. bis 25. Juli). Zumindest für drei weitere Bayern ein erfolgreicher Ausflug: Corinna Harrer, Tobias Giehl und Johannes Limmer schafften die Norm.


Tobias Giehl hat die Norm für die U 20-WM endlich in der Tasche. Foto: Kiefner

Als Führende ging „Lauffloh“ Corinna Harrer (LG Telis Finanz Regensburg) nach knapp 61 Sekunden in die zweite Runde und gab diese Position bis ins Ziel nicht mehr ab. In 2:04,61 Minuten lief sie eine starke Zeit. „Ich hatte hier noch eine Rechnung offen“, sagte sie im Ziel lachend. „Vor zwei Jahren bin ich hier 800 Meter gelaufen und vergangenes Jahr 400 und ich habe es nie geschafft, gut zu laufen.“ Dass sie es auch in Mannheim drauf hat, bewies Corinna Harrer diesmal eindrucksvoll. Für Kanada hat sie nun die Qual der Wahl. 800 Meter, wo sie im vergangenen Jahr Zweite der U 20-EM wurde, oder 1500 Meter, wo sie die Norm auch hat. „Ich werde wohl auf jeden Fall die 1500 Meter laufen. Vielleicht nehme ich den 800-Meter-Vorlauf als Vorbelastung“, stellte sie ein Gedankenspiel auf. „Mal was anderes ausprobieren – vergangenes Jahr bin ich ja die 800 gelaufen“, sagte sie lachend.

Grund zum Lachen hatte auch ein anderer Hoffnungsträger aus dem Freistaat, nämlich U 20-400-Meter-Hürden-Europameister Tobias Giehl (LG Würm Athletik). Zwar bestätigte Varg Königsmark (LG Nike Berlin), der in 51,06 Sekunden auf Rang drei kam und persönliche Bestzeit lief, seine aktuelle „Pole Position“ in Deutschland. Giehl konnte jedoch genau im richtigen Moment nachlegen und die Norm in 51,77 Sekunden um 23 Hundertstel unterbieten. Der frischgebackene Abiturient zeigte sich nach dem Rennen erleichtert. „Ich wusste, dass ich die Zeit laufen kann. Das hatte sich im Training angedeutet“, sagte Tobias Giehl, der an der letzten Hürde gestrauchelt war. „Da dachte ich schon, dass es vorbei ist.“ Die beiden WM-Fahrer wollen nun in Kanada den Endlauf erreichen. Der Sieg ging an den Briten Jack Green in 50,86 Sekunden – die zweitbeste jemals gelaufene Zeit bei der Junioren-Gala.

Johannes Limmer im letzten Versuch

In Bürstadt, wohin die Hammerwurfwettbewerbe ausgelagert wurden, gab sich der einzige gemeldete 70-Meter-Werfer Quentin Bigot aus Frankreich keine Blöße und siegte mit 70,54 Metern. Auf Rang zwei überraschte Johannes Limmer (UAC Kulmbach) im sechsten Versuch. Der vorjährige U 18-WM-Teilnehmer schleuderte den Hammer auf 69,55 Meter. Limmer hat damit als dritter Deutscher die Norm und landete direkt vor Paul Hützen (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen; 67,42 Meter). Dagegen stürzte der bislang beste Deutsche Tristan Schwandke (TV Hindelang) ab und wurde mit 63,53 Meter nur Sechster.

Bereits vor der Bauhaus Junioren-Gala in Mannheim hatte Lisa Hofmann (TSV Bad Kissingen) die Norm für die U 20-WM (59,75 Sekunden) in 57,99 Sekunden als einzige deutlich unterboten. „Aber ich war heute trotzdem ganz schön aufgeregt, es hätten ja heute auch zwei andere noch schneller sein können als ich“, sagte sie nach dem Rennen. „Ich wollte meine 57,99 Sekunden vom Meeting in Regensburg noch einmal bestätigen. An der vorletzten Hürde habe ich leider etwas getrippelt.“ In 58,77 Sekunden war sie trotzdem erneut mit Abstand die beste Deutsche, so dass sie nun für Kanada planen kann. „Ich will dort einfach ein gutes Rennen zeigen. Wenn es gut läuft reicht das dann ja vielleicht für das Finale.“

Riedel-Zwillinge verpassen Norm knapp

Die Norm für die U 20-WM von 23,90 Sekunden war das Ziel der Riedel-Zwillinge Martina und Julia (beide SC Vöhringen). In 24,19 und 24,20 Sekunden schrammten sie aber daran vorbei. „Ich wollte die Norm schon gerne packen, aber es hat ja leider nicht geklappt“, sagte Martina Riedel. „Diese Saison bin ich einfach noch nicht so ganz ins Rollen gekommen.“ Missgunst zwischen den Schwestern gibt es dabei auch bei so engen Rennausgängen nicht. „Wir gönnen es uns gegenseitig, und es ist gut, die größte Konkurrentin auch im täglichen Training in der eigenen Gruppe zu haben.“ Schnellste Sprinterinnen des Tages waren die Britin Jenny Batten (23,81 Sekunden) und Jennifer Galais aus Frankreich (24,12 Sekunden) vor dem deutschen Zwillings-Duo.

Die deutschen Viertelmeiler warten weiter auf die zweite U 20-Einzelnorm nach dem in Mannheim nur über 200 Meter startenden Marco Kaiser aus Berlin. Erstmals unter 48 Sekunden blieben Niklas Müller (SG Johannesberg) und Benedikt Wiesend (TSV Erding) zeitgleich in 47,79 Sekunden. Beide distanzierten damit den ebenso persönliche Bestzeit laufenden Marius Horbank (LG Eintracht Frankfurt/47,86 sec). Wiesend durfte tags darauf auch in der deutschen 4 x 400 Meter-Staffel ran, wo das Quartett mit Olufemi Atibioke (LG Wedel/Pinneberg), Philipp Kleemann (SG Johannesberg) und Marco Kaiser (LG Nike Berlin) nur ganz knapp am Meetingrekord vorbei schrammte. Mit 3:08,11 Minuten war die WM-Norm von 3:10,00 Minuten allerdings nur Formsache, weshalb Wiesend nun auch auf eine Staffelnominierung hoffen darf. Auch das zweite deutsche Team mit Sascha Eder (TV Wattenscheid 01), Marius Horbank (LG Eintracht Frankfurt), Niklas Müller (SG Johannesberg) und dem starken Schlussläufer Stefan Gorol (DJK Friedberg) überzeugte in 3:10,53 Minuten.