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09.05.16 16:05 Alter: 3 Monat(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Jugend / Schüler
Von: Reinhard Köchl

Bayerncup Kitzingen: Teambuilding steht vor allem beim Nachwuchs weiter hoch im Kurs

Welchen Mehrwert hat der Bayerncup? Diese Frage stellt sich jedes Jahr aufs Neue. Die Teilnehmer antworten darauf stets mit „hoch“, auch wenn die Leistungen wegen des frühen Zeitpunkts noch nicht absolute Spitze sein können. Denn vor allem die Förderung des Teamgedankens bringt in der Einzelsportart Leichtathletik so manch wertvollen Impuls. So erlebte der Bayerncup 2016 in Kitzingen abermals stimmungsvolle Wettkämpfe bei Kaiserwetter, bester Organisation sowie sechs souveräne Sieger.


Julia Liedl (rechts), hier bei ihrem 400-Meter-Sieg, gewann mit den Frauen der Startgemeinschaft SWC Regensburg-Weiden den Bayerncup neben Co-Sieger 1. FC Passau.

Ebenfalls über die Stadionrunde brachte Alica Schmidt von U 20-Sieger MTV 1881 Ingolstadt eine der besten Leistungen des Tages.

Auch der heftige Gegenwwind konnte Johanna Windmaier bei ihrem Weitsprungsieg wenig anhaben.

Schnellste U 20-Sprinterin war die Fürtherin Felicia Vasquez-Wacker (Nummer 101).

Mona Mayer (rechts) lieferte neben den 800 Metern bei den U 16-Mädchen auch noch die beste Zeit über 100 Meter ab. Alle Fotos: Timo Premru

Freilich: Die Meldezahlen könnten durchaus höher sein, vor allem in den Aktivenklassen. Ganze sechs Männer- und lediglich die Winzigkeit von drei (!) Frauenteams belegen, dass die Bayerischen Mannschaftsmeisterschaften bei den Erwachsenen entweder keinen hohen Stellenwert besitzen oder aber (was der Wirklichkeit näherkommt) die Besetzung aller Disziplingruppen bei vielen Vereinen schlicht nicht mehr möglich ist. Die einen spezialisieren sich auf Wurf, die anderen entwickeln sich zu reinen Laufclubs, wieder andere setzen wegen der vorhandenen Athleten und/oder Trainer ganz auf die Karte „Sprung“. Auffällig ist dabei außerdem, dass die „großen Drei“ der weißblauen Leichtathletik immer mehr Abstand vom Bayerncup nehmen. Lediglich das LAC Quelle Fürth war drei Mal vertreten (U 20 weiblich und männlich, U 16) und die LG Stadtwerke München einmal (U 20 männlich). Gesamtsiege gab es für sie diesmal jedoch nicht.

Uneingeschränkter Beliebtheit erfreut sich der Cup bei der Gruppe der U 16-Jugendlichen, wo es keinerlei Probleme dieser Art zu geben scheint. Gleich 13 Mannschaften gingen bei der weiblichen U 16 im schmucken Sickergrundstadion an den Start, bei den Jungs waren es immerhin noch sieben. Konstant gute Meldeergebnisse gab es in Kitzingen bei der U 20. Sowohl bei den jungen Damen wie auch bei den Herren waren jeweils neun Teams am Start. Die Gesamtmeldezahl lag mit 47 knapp unter der des Vorjahres in Herzogenaurach (50), wobei einige Vereine offenbar auch den Weg an die Freistaat-Grenze scheuten. Somit bleiben die 67 angetretenen Teams von Ergoldsbach 2014 die absolute Höchstmarke in diesem Jahrzehnt, an die riesigen Teilnehmerfelder der Jahre 2006 und 2007, als der Bayerncup noch im Münchner Olympiastadion stattfand, denkt sowieso keiner mehr.

Nur sechs Männer- und drei Frauenteams

Bis zum letzten Wettbewerb spannend blieb es bei den Männern, wo der SWC Regensburg – einer der Bayerncup-Dauergäste – mit zwei Zählern Vorsprung (45) vor dem MTV 1881 Ingolstadt (43) gewann. Dritter wurde das LAZ Kreis Würzburg (39). Titelverteidiger 1. FC Passau musste sich ersatzgeschwächt mit dem fünften Rang (31) zufriedengeben. Auch die Ingolstädter haderten mit Verletzungspech. So musste „Teamkapitän“ Mario Saur kurzfristig wegen passen. Für die Regensburger kratzte Urs Buegger trotz heftigen Gegenwindes im Weitsprung an der Sieben-Meter-Marke (6,85 Meter). Die besten Leistungen kamen von Lucien Aubry (LG Erlangen), der mit 10,88 Sekunden über 100 Meter in die Saison einstieg und mit der Erlangen 4 x 100-Meter-Staffel die schnellste Zeit ablieferte (42,52 Sekunden), Jonas Wohlfahrt (LAZ Kreis Würzburg), der über 400 Meter als Einziger unter 50 Sekunden blieb (49,66 Sekunden), Andreas Plößl (SWC Regensburg), der im Hochsprung 1,95 Meter überquerte, und Hagen Brosius (MTV 1881 Ingolstadt), der über 5000 Meter einsam seine Runden drehte und deshalb nur knapp über der 15-Minuten-Marke blieb (15:02,92 Minuten).

Bei den Frauen ging es, wie schon erwähnt, nur darum, wer von den drei Teams welche Medaillenfarbe mit nach Hause nehmen darf. Schlussendlich teilten sich die Startgemeinschaft SWC Regensburg/Weiden und der 1. FC Passau schwesterlich Platz eins mit jeweils 34 Punkten und damit Gold. Dritter wurde die LG Region Landshut (22). Mit sehr guten 12,10 Sekunden (+1,2m/sec) setzte Sprinterin Julia Hofer (1. FC Passau) dabei über 100 Meter den sportlichen Glanzpunkt.

Bei der männlichen U 20 wechselte ständig wechselte die Führung. Mal lagen die Jungs der Startgemeinschaft SWC Regensburg/Schierling/Schwandorf vorne, dann wieder der TSV 1880 Wasserburg oder TS Herzogenaurach. Dass es nach zehn Disziplinen schließlich zum Sieg für Herzogenaurach mit 63,5 Punkten reichte, hatte sich im „Endspurt“ abgezeichnet. Da setzten sich die Mittelfranken gegen ihre immer stärker aufkommenden Kontrahenten von der LG Landkreis Aschaffenburg (60) durch. Bronze ging schließlich noch an Wasserburg. Die besten Leistungen kamen von Kugelstoßer Nico Kaufmair (LAC Quelle Fürth), der das Sechs-Kilo-Gerät auf 14,33 Meter wuchtete, und Speerwerfer Marc Hoseus (TS Herzogenaurach), der sich mit 51,57 Meter knapp vor Kaufmair (51,15 Meter) durchsetzen konnte.

MTV 1881 Ingolstadt gelingt erfolgreiche Titelverteidigung.

Die einzige lupenreine Titelverteidigung des Tages gelang der weiblichen U 20 des MTV 1881 Ingolstadt, und zwar in ganz souveräner Manier. Die Oberbayerinnen waren mit 73 Punkten nie ernsthaft in Gefahr. Mit den Plätzen dahinter mussten sich die Stadtgemeinschaft SWC Regensburg/Schwandorf (60) und die LAC Quelle Fürth (56) zufriedengeben. Die stärkste Leistung der gesamten Konkurrenz kam ebenfalls aus Ingolstadt: Alica Schmidt setzt in einem beeindruckenden 400-Meter-Sololauf in 56,93 Sekunden schon einmal ein starkes Ausrufezeichen. Ebenfalls ihre gute Form unter Beweis stellte Sprinterin Felicia Vasquez-Wacker (LAC Quelle Fürth) über 100 Meter in erstklassigen 12,29 Sekunden. Während sich der Rückenwind hier mit +2,0 m/sec. gerade noch in erlaubten Grenzen hielt, tauchen die 14,11 Sekunden von Johanna Windmaier (TSV 1880 Wasserburg) über 100 Meter Hürden leider nicht in den Bestenlisten auf (+2,4 m/sec.).

Im Weitsprung musste Windmaier dagegen mit heftigem Gegenwind (-2,0 m/sec.) kämpfen, was ihre 5,71 Meter noch einen Tick wertvoller erscheinen lässt. Im Speerwerfen stellte die Deutschen Dreisprung-Hallenvizemeisterin Stefanie Aeschlimann (MTV 1881 Ingolstadt) als Siegerin mit 40,67 Meter einmal mehr ihre Vielseitigkeit unter Beweis, während ihre noch 15-jährige Vereinskameradin Lisa Basener über 1500 Meter ebenfalls ein Rennen gegen die Uhr lief und trotzdem noch unter fünf Minuten blieb (4:58,56 Minuten).

Mit dem Kirchheimer SC gewann in der männlichen U 16 der klare Favorit (65), und das ebenfalls mit einem deutlichen Vorsprung vor dem SWC Regensburg (55) und dem LAZ Kreis Würzburg (54). Dass es sich vor allem bei den 2001-ern hier in Bayern wieder einmal um einen „goldenen Jahrgang“ handelt, verdeutlichte eine Reihe von Klasseergebnissen. So blieben über 80 Meter Hürden mit Matthias Hofmann (LAZ Kreis Würzburg; 11,77 Sekunden), Florian Knerlein (Kirchheimer SC; 11,80 Sekunden – Jahrgang 2002) und Moritz Geldhäuser (SWC Regensburg; 11,88 Sekunden) drei Nachwuchsathleten unter zwölf Sekunden. Über 100 Meter konnten gleich vier mit einer Elfer-Zeit aufwarten: Sieger Jonas Premru (SWC Regensburg; 11,60 Sekunden), Knerlein (11,66 Sekunden), Joshua Unger (LAC Quelle Fürth; 1187 Sekunden) und Hofmann (11,92 Sekunden).

Die volle Punktzahl im Hochsprung ging mit herausragenden 1,80 Meter an Jakob Götz (LAZ Kreis Würzburg), im Weitsprung landeten drei Sportler trotz des widrigen Gegenwindes jenseits der Sechs-Meter-Marke, nämlich Jil Maurice Gorzawsky (Kirchheimer SC; 6,15 Meter), Premru (6,05 Meter) und Unger (6,02 Meter). Stark auch die 4 x 100-Meter-Staffelzeit von 45,33 Sekunden des Kirchheimer SC.

Bad Kötzting bei der weiblichen U 16 eine Klasse für sich

Das Starterfeld mit den meisten Teams in der weiblichen U 16 brachte schlussendlich mit dem TV Bad Kötzting einen hoch überlegenen und verdienten Sieger hervor. Mit 103 Zählern lagen die Niederbayern um gleich 19 Punkte vor dem LAC Quelle Fürth (84) und der LG Sempt (81). Letzterer stellte in Person von Mona Mayer auch die einzige Doppelsiegerin des Tages. Die Sempterin verbesserte sich sowohl über 100 Meter auf 12,76 Sekunden wie auch über 800 Meter auf 2:22,35 Minuten. Über 80 Meter Hürden setzte Alicia Inhofer (TV Bad Kötzting) mit flotten 12,02 Sekunden eine Marke, die an diesem Tag für ihre Konkurrentinnen unerreichbar war. Klasse auch der Speerwurf, bei dem ihre Vereinskameradin Anna Hofmann mit 36,47 Meter weiter vor dem Rest des Feldes lag.

Alle Fotos unter:

http://www.sportmomente-premru.de/