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19.06.19 12:55 Alter: 148 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Oberbayern
Von: Reinhard Köchl/leichathletik.de

Kurz vor der Eröffnungsfeier: Maximilian Bayer für European Games in Minsk nachnominiert

Mit Maximilian Bayer (MTV 1881 Ingolstadt) darf nun ein weiterer Athlet aus dem Freistaat bei den European Games in Minsk (Weißrussland) an den Start gehen. Der 28-Jährige wurde für Erik Balnuweit (TV Wattenscheid 01) über 110 Meter Hürden nachnominiert. Damit erhöht sich die Zahl der bayerischen Starter wieder auf drei, nachdem Hochspringer Tobias Potye (LG Stadtwerke München) verletzungsbedingt absagen musste.. Über 400 Meter sind Johannes Trefz und Arne Lepplsack (beide TSV Gräfelfing) dabei.


Maximilian Bayer darf sich bei den European Games in Minsk zum zweiten Mal das Nationaltrikot überstreifen. Foto: Theo Kiefner

Maximilian Bayer führt derzeit mit 13,61 Sekunden die deutsche Rangliste in seiner Spezialdisziplin an und befindet sich in glänzender Form. Über die "Last-Minute-Nominierung" zeigte sich der in Leipzig lebende Ingolstädter hocherfreut. Die Leichtathletik-Wettbewerbe beginnen in Minsk am Sonntag, 23. Juni, mit einem komplett neuen Team-Modus, ausgetragen in drei K.O.-Runden und einem Finale. In acht klassischen Disziplinen sowie einer Verfolgungsjagd treffen die DLV-Athleten auf Konkurrenten aus 23 anderen Nationen.

„Mini-Olympia“, Sport im Zeichen der europäischen Einheit, Spielfeld für neue Wettkampf-Formate – aber auch vielkritisierte Projektionsfläche für die autoritär geführten Ausrichternationen: Die „European Games“ gehen am Freitag, 21. Juni, in die zweite Runde. Nach Baku in Aserbaidschan 2015 ist Minsk in Weißrussland der Gastgeber für die 2. Europaspiele, die vom 21. bis zum 30. Juni stattfinden. Mehr als 4000 Athleten aus 50 Ländern, die in 15 Sportarten und 23 Disziplinen um 200 Medaillen kämpfen, sind angekündigt.

Auch die Leichtathletik ist Teil der Europaspiele, mit einem neuen Wettkampf-Format, das sowohl Teamgeist als auch Pionierarbeit fordert – und einiges an neuer Regelkunde. Als „Dynamic New Athletics“ (DNA) bezeichnet der Europaverband EAA das Event, das er unter Federführung von Council-Mitglied Libor Varhaník (Tschechien) ins Leben gerufen hat. In vier Runden mit jeweils neun Wettbewerben wird dabei aus 24 Teilnehmer-Nationen ein Sieger-Team ermittelt. Die Regeln dafür füllen ein ganzes Handbuch.

Los geht’s am Sonntag, 23. Juni, mit der Vorrunde und insgesamt vier Matches à sechs Mannschaften. Die DLV-Auswahl geht ab 11.00 Uhr deutscher Zeit (12.00 Uhr Ortszeit) in einer Gruppe mit Gegnern aus Zypern, Griechenland, Ungarn, der Schweiz und der Slowakei an den Start.

Auf dem Wettkampf-Programm bei den Frauen: 100 Meter, 100 Meter Hürden, Weitsprung und Speerwurf. Auf dem Wettkampf-Programm bei den Männern: 100 Meter, 110 Meter Hürden und Hochsprung. Hinzu kommt eine Mixed Staffel über 4 x 400 Meter, die im Herbst in Doha (Katar) erstmals auch zu den offiziellen WM-Wettbewerben zählt. Am Ende machen sich je zwei Männer und zwei Frauen in einer Medley-Staffel auf Verfolgungsjagd.

Die Sprint- und Lauf-Wettbewerbe werden in klassischen Rennen mit sechs Startern ausgetragen. In der Mixed-Staffel muss die Mannschaftsleitung dabei anders als gewöhnlich nur den Startläufer vorher festlegen, der Team-Leader kann noch während des Rennens die Reihenfolge der weiteren Läufer bestimmen.

In den technischen Wettbewerben wird auf Duelle gesetzt. Dazu werden die sechs Teams je Match noch einmal in zwei Gruppen à drei Athleten gesplittet. Nach drei Duellen innerhalb der Gruppen treten die zwei Besten aus jeder Gruppe im Kampf um den Disziplin-Sieg in einem letzten Duell gegeneinander an. Weitere Duelle gibt’s für die Ermittlung von Rang drei und vier bzw. fünf und sechs. Zusätzliche Besonderheit im Hochsprung: Die Athleten können ihre Sprunghöhe vor jedem Duell selbst wählen, ohne dass der Gegner die gewählte Höhe kennt.

Nach Beendigung jeder Disziplin werden für Rang eins bis sechs zwölf bis zwei Punkte (12/10/8/6/4/2) für die Gesamtwertung verteilt. Wer nicht ins Ziel kommt, keinen gültigen Versuch schafft oder disqualifiziert wird, erhält null Punkte.

Nach acht Disziplinen folgt eine Zwischenwertung, das „Match“ endet mit einem Verfolgungslauf in Form einer Medley-Staffel: 800, 600, 400 und 200 Meter – Mann, Frau, Mann, Frau. Die Athleten gehen in Bahnen beim 800-Meter-Start ins Rennen, nach dem Startschuss für den ersten Läufer des führenden Teams folgen die weiteren Läufer zeitversetzt. Der Abstand wird anhand der bisher gesammelten Punkte definiert, ein Punkt markiert 0,333 Sekunden Zeitdifferenz. Wer zuerst ins Ziel kommt, gewinnt das „Match“.

Die Sieger des ersten „Matches“ sowie die zwei besten zweitplatzierten Teams (Punkte nach acht Disziplinen) ziehen sofort in das Halbfinale am Mittwoch (26. Juni) ein. Alle anderen Teams müssen im Viertelfinale am Dienstag (25. Juni) noch mal ran. Das Halbfinale findet in zwei Matches à sechs Teams statt, im Finale am Freitag (28. Juni) treten die sechs besten Teams gegeneinander an.

Team-Taktik gefragt

Es sind Regularien, an die sich nicht nur die Zuschauer und Athleten gewöhnen müssen: Auch die Trainer sind gefragt, denn sie müssen die zur Verfügung stehenden Athleten besonders in den beiden Staffel-Wettbewerben bestmöglich einsetzen.