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16.07.19 00:02 Alter: 152 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport
Von: Reinhard Köchl

Bayerische Meisterschaften Augsburg 2: Doppelsieg für Lederer, Hierscher und Pröger

Das altehrwürdige Augsburger Rosenaustadion hat schon viele große Leichtathletik-Events gesehen. Nach der Renovierung waren nun zum zweiten Mal nach 2017 die Bayerischen Meisterschaften zu Gast. Und die Sportlerinnen und Sportler boten vor allem auf der schnellen Laufbahn starke Leistungen, wenn auch einige der großen Namen die Titelkämpfe leider nicht wahrnahmen. Das Hammerwerfen musste wegen des Rasens komplett nach Regensburg am kommenden Wochenende (20./21. Juli) verlegt werden.


Zwei Mal lautete bei den Sprintentscheidungen im Augsburger Rosenaustadion die Reihenfolge Amelie Sophie Lederer (rechts) vor Julia Hofer (links).

Weit und schnell: Maximilian Entholzner überraschte in de Fuggerstadt mit einer starken 200-Meter-Zeit.

Auf Anhieb unter 60 Sekunden über 400 Meter Hürden: Lisa Marie Petkov hat ihre Leidenszeit überwunden und greift wieder an.

Bayernmeister im Dreisprung wurde Gabriel Wiertz.

Über 400 Meter Dritter, über seine Stammstrecke 800 Meter erneut zum Titel: Benedikt Huber.

Domenika Mayer dominierte nach ihrer Babypause die 5000 Meter.

Wieder mit ansteigender Formkurve präsentierte sich Lucas Mihota im Hochsprung. 2,09 Meter reichten für ihn zum Titel.

Zwei, die sich über 5000 Meter nichts schenkten: Brian Weisheit (links) und Tobias Schreindl (rechts).

Im Gleichschritt dem Ziel entgegen: Isabel Mayer und Katharina Winkler schenkten sich über 100 Meter Hürden nichts. Das bessere und knappere Ende hatte am Schluss freilich Winkler. Alle Fotos: Theo Kiefner

Eine, die immer wieder gerne an den weißblauen Titelkämpfen teilnimmt, ist Amelie Sophie Lederer (LAC Quelle Fürth). In Augsburg untermauerte sie einmal mehr ihre führende Rolle als Bayerns Sprint-Queen. Am Samstag gab es einen ungefährdeten Sieg über 100 Meter in 11.65 Sekunden. Allerdings erwioschte sie dabei einen der wenigen Gegenwindläufe an diesem Wochenende (-0,1m/sec). Zweite wurde hier Julia Hofer (1. FC Passau) in 11,97 Sekunden vor Maria Haslberger (LG Festina Rupertiwinkel; 12,20 Sekunden. Tags darauf schnappte sich Lederer auch den Titel über 200 Meter. Mit 23,97 Sekunden (+0,5m/sec) war sie allerdings nicht ganz so schnell wie im Vorlauf (23,66 Sekunden), was persönliche Bestleistung für sie bedeutete. Alexandra Burghardt (SV Gendorf Wacker Burghausen) hatte nach 23,89 Sekunden im Vorlauf wie über 100 Meter auf eine Finalteilnahme verzichtet. Auch kam Julia Hofer (24,24 Sekunden) auf den Silberrang vor Maria Haslberger (25,03 Sekunden).

Dass er nicht nur weit springen, sondern auch richtig schnell laufen kann, bewies Maximilian Entholzner (1. FC Passau) über 200 Meter. Mit 21,06 Sekunden ließ er dem Deutschen Vizemeister Patrick Schneider (LAC Quelle Fürth; 21,61 Sekunden) keine Chance. Dritter wurde Jonas Wohlfahrt ins 21,81 Sekunden, nachdem er tags zuvor Bayerischer Meister über 100 Meter (10,83 Sekunden) geworden war. Hauchdünn dahinter kamen Alexander Schmidt (LAC Quelle Fürth; 10,83 Sekunden) und Andreas Maulberger (TSV Vilsbiburg; 10,88 Sekunden) ins Ziel.

Mit 41 Jahren noch topfit: Jan Schindzielorz

Altmeister Jan Schindzielorz (LG Forchheim) beweist auch mit 41 Jahren, dass ihm mit Ausnahme von Maximilian Bayer momentan kein Hürdensprinter in Bayern das Wasser reichen kann. Mit 14,49 Sekunden holte er sich den Landesmeistertitel vor Florian Lickteig (14,79 Sekunden) und André Zahl (beide TS Herzogenaurach; 15,30 Sekunden). Zu einem packenden Kampf bis auf die Ziellinie entwickelte sich die 100-Meter-Hürdenentscheidung bei den Frauen. Kathrina Winkler (LG Erlangen) und Isabel Mayer (SWC Regensburg stürmten fast im Gleichschritt durch dien Hürdenwald, wobei Winkler am Schluss mit 14,01 Sekunden um einen Hauch die Nase vor Mayer hatte (14,04 Sekunden). Bronze ging an Anna-Lena Obermayer (SWC Regensburg; 14,84 Sekunden. Als Vierter erzielte Nadine Brutscher (SC Vöhringen) mit 14,96 Sekunden einen neuen deutschen Gehörlosen-Rekord.

Ein starkes Comeback über die 400 Meter Hürden gelang Lisa Marie Petkov (LG Stadtwerke München), die sich bei ihrem ersten Bayerntitel nach langer Zeit gleich wieder mit einer Zeit unter 60 Sekunden zurückmeldete (59,45 Sekunden). Auch Julia Stuhler (TSV Schwabmünchen) kam mit 61,49 Sekunden als Zweite noch auf eine gute Zeit vor Sharon Müller (TSV Penzberg; 63,99 Sekunden). Nei den Männer war ihr Vereinskamerad Andreas Kölbl mit 53,55 Sekunden nicht zu schlagen. Fabian Schäffler (MTV 1881 Ingolstadt) kam als Zweiter auf 56,09 Sekunden, Dario Tippmann (TS Herzogenaurach) wurde Dritter mit 56,88 Sekunden.

Über 400 Meter kam Benedikt Wiesend (TSV Gräfelfing) mit 48,62 Sekunden abermals zu einem Bayerntitel, auch wenn sein erklärtes Ziel eine Zeit unter 48 Sekunden gewesen war. Deutlich dahinter landete Vincent Schwenk (LG Stadtwerke München; 49,20 Sekunden), der noch den Deutschen 800-Meter-Meister Benedikt Huber (LG Telis Finanz Regensburg; ) in Schach hielt. Dafür holte sich Huber eine knappe Stunde später Gold über seine Paradestrecke. 1:52,63 Minuten reichten ihm zur Meisterschaft vor Adrian König-Rannenberg (1:53,11 Minuten) und Martin Weinländer (1:53,65 Minuten; beide LSC Höchstadt-Aisch). König-Rannenberg seinerseits revanchierte sich tags darauf über 1500 Meter. In einem souveränen Lauf ließ er in 3:52,14 Minuten Moritz Beinlich (LG Telis Finanz Regensburg; 3:53,24 Minuten) und Niklas Buchholz (LSC Höchstadt/Aisch; 3:54,71 Minuten) keine Chance.

Doppelsieg für Kerstin Hierscher

Bei den Frauen hieß die 400-Meter-Siegerin Lena Lipp (LAG Mittlere Isar; 57,11 Sekunden), während über 800 und 1500 Meter die frühere Augsburgerin Kerstin Hierscher (LAC Quelle Fürth) ihre Sonderstellung auf der bayerischen Mittelstrecke eindruckvoll unter Beweis stellte. In 2:11,33 beziehungsweise 4:33,70 Minuten ließ sie der Konkurrenz an beiden Tagen nicht den Hauch einer Chance. Auf die Plätze kamen Corinne Kohlmann (LG Karlstadt-Gambach-Lohr; 2:14,08 Minuten) und Horizontalspringerin Jasmine Maxbauer (LG Eckental; 2:16,58 Minuten) über die beiden Stadionrunden sowie Hierschers Teamkollegin Ann-Kathrin Wiertz (LAC Quelle Fürth; 4:37,12 Minuten) und Kristina Kratzer (LG Zusam; 4:39,32 Minuten) über 1500 Meter. Die Bayerntitel über 5000 Meter schnappten sich Tobias Schreindl (LG Passau) in 14:33,07 Minuten sowie Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) in 16:26,76 Minuten.

Schwertfeger fordert Koller

Im Diskuswerfen der Männer gab es unerwartet Spannung, weil sich Lokalmatador Markus Schwertfeger (LG Augsburg) im vierten Durchgang auf 55,41 Meter steigern konnte und den Favoriten Lukas Koller (LG Stadtwerke München) zu einem Konter zwang. Der saß: 56,92 Meter. Auf dem dritten Rang landete Martin Knauer (LG Stadtwerke München). Stark präsentierte sich die ehemalige Spitzenwerferin Ulrike Hiesa (LG Oberland), die mit 35 Jahren immer noch Weiten um die 50 Meter anbietet. Diesmal reichten ihr 49,42 Mete zur Meisterschaft. Den Oberländer Doppelsieg perfekte machte Sabrina Zeug mit einer Weite von 45,47 Meter, Platz drei ging an Lokalmatadorin Rose Führen (LG Augsburg; 38,84 Meter). Sabrina Zeug schnappte sich auch noch im Kugelst0ßen Gold mit 13,53 Meter vor Simone Schramm (LG Bamberg; 12,80 Meter) und der unverwüstlichen Karin Ertl (Kirchheimer SC), die noch einmal auf 12,15 Meter kam.

In prächtiger Form befindet sich derzeit Martin Knauer (LG Stadtwerke München). Dem Drehstoßer gelang in Augsburg abermals eine Weite über 18 Meter (18,20 Meter), mit der er seinen Vereinskameraden Lukas Koller (17,14 Meter) und Rene Hamberger (1. FC Passau; 16,49 Meter) deutlich auf die weiteren Medaillenplätze verwies.

Markus Kosok überrascht mit 70-Meter-Wurf

In der Jugend galt Markus Koskok (LG Donau-Ries) als Riesentalent im Speerwerfen. Dann warfen ihn Verletzungen aus der Bahn und zwangen ihn zu einer langen Pause. Jetzt meldete er sich überraschend mit 71,36 Meter wieder in der erweiterten nationalen Spitze zurück. Florian Prechtl (LG Festina-Rupertiwinkel) bot mit 65,81 Meter ebenfalls noch eine meisterschaftswürdige Weite an. Mit 54,80 Meter holte Marius Laib (TS Herzogenaurach) Bronze. Mit Anna-Lena Obermaier (SWV Regensburg) gewann eine Siebenkämpferin den Speerwurf-Titel bei den Frauen. Ihre 45,29 Meter bedeuten persönliche Bestleistung und beweisen, dass sie sich in ihrer neuen sportlichen Heimat Regensburg bestens akklimatisiert hat.

Nach langer verletzungsbedingter Durststrecke nähert sich Hochspringerin Laura Gröll (LG Stadtwerke München) wieder ihrer alten Form. Im Rosenaustadion schwang sie sich als Siegerin über 1,80 Meter. Dafür gab es Gold vor vor Obermeier (1,66 Meter) und Hannah Grasser (FC Aschheim; 1,61 Meter). Spannend verlief die Männer-Konkurrenz, wo Lucas Mihota (LG Stadtwerke München) und Manuel Marko (MTV 1881 Ingolstadt) bis 2,06 Meter ohne Fehlversuch blieben. die 2,09 Meter überwand dann allerdings Mihota im letzten Versuch, während Marko drei Mal scheiterte. Christoph Lange (TS Herzogenaurach) kam als Dritter noch über 2,03 Meter.

3,90 Meter überwand Anna Sailer (LAC Quelle Fürth) als neue Bayerische Meisterin im Stabhochsprung. Die aufgelegten 4,02 Meter riss sie drei Mal knapp. Dorina Willett (MRV 1881 Ingolstadt) wurde Zweite mit 3,70 Meter. Bei den Männer gab es zwei Springer, die 4,90 Meter überquerten. Am Schluss hatte Oliver Naaß (TV 1860 Gunzenhausen) knapp die Nase vor Julia Meuer (TSV Gräfelfing). Dessen Vereinskollegen Felix Wolter gewann Bronze mit 4,60 Meter.

Tina Pröger sowohl im Drei- wie im Weitsprung die Beste

Ebenfalls mit zwei Goldmedaillen im Gepäck die Fuggerstadt verlassen konnte Tina Präger (TSV Zirndorf), Sie gewann sowohl den Dreisprung (12,79 Meter) wie tags darauf auch den Weitsprung (5,98 Meter). Gleich drei Springer über sieben Meter: Das hat es bei den Bayerischen Meisterschaften der Männer schon einige Zeit nicht mehr gegeben. Am Schluss konnte sich David Faltenbacher (LG Stadtwerke München) mit 7,17 Meter knapp vor Sebastian Spinnler (LG Landkreis Aschaffenburg; 7,15 Meter) und Philipp Bonnaire (TSV Gräfelfing; 7,06 Meter) durchsetzen. Im Dreisprung der Männer zeigte Gabriel Wiertz (TuS 1860 Pfarrkirchen), dass sein 15-Meter-Sprung von den Deutschen U 23-Meisterschaften keine Eintagesfliege war. Für den Gewinn der Goldmedaille sprang der 22-Jährige diesmal 14,87 Meter. Auf den zweiten Rang kam Senioren-Weltmeister Andreas Beratz (LAC Quelle Fürth; 13,88 Meter).