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Leichtathletik

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10.12.19 10:29 Alter: 172 Tag(e)
Kategorie: Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Laufsport
Von: Reinhard Köchl/leichtathletik.de

Cross-EM Lissabon: Simon Boch läuft unter die Besten Europas

Die Regensburger Hiobsbotschaft des Tages gab es bei der Cross-EM in Lissabon (Portugal), noch bevor der erste Meter gelaufen war. Bei Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg) kam in der Nacht zum Sonntag ein Magen-Darm-Virus zum Ausbruch. Die in Einzel und Team so aussichtsreiche U 23-Läuferin musste passen. Das ursprüngliche Trio der LG Telis schrumpfte damit zu einem Duo. Ihr Mannschaftskamerad Simon Boch kam dagegen auf einen starken 15. Rang im Männerrennen.


Zwei Bayern, nämlich Florian Bremm (links) und Paula Feuerer (rechts) strahlten mit dem U 20-Cross-Europameister Filip Ingebrigsten (Mitte) um die Wette. Foto: DLV

Boch zeigte ein starkes und taktisch kluges Rennen, das er in 31:07Minuten beendete. Im ersten Renndrittel war er lediglich um Rang 40 platziert, arbeitete sich aber je länger das Rennen dauerte Platz um Platz nach vorn. Im Ziel trennten ihn lediglich drei Plätze und zehn Sekunden vom entthronten Titelverteidiger Filip Ingebrigtsen (Norwegen).

Mit einem mutigen Rennen belohnte sich Samuel Fitwi (LG Vulkaneifel) mit Platz sechs. Der Zweite des U 23-Rennens vom Vorjahr kam auf dem schwierigen Kurs in Lissabon sehr gut zurecht und musste nach 10,225 Kilometern nur einem starken Quintett den Vortritt lassen. Mit 30:39 Minuten trennten Samuel Fitwi nur 18 Sekunden von den Medaillenplätzen. Ganz vorn setzte sich Robel Fshia in der letzten Runde von der Spitzengruppe ab. Der in Eritrea geborene Schwede lief in 29:59 Minuten zu einem souveränen Sieg. 25 Jahre nach der Premiere der Cross-Europameisterschaften war es der erste Titel für Schweden im Männerrennen. Silber sicherte sich Aras Kaya (Türkei; 30:10 Minuten), Bronze Yemaneberhan Crippa (Italien; 30:21 Minuten), der den Schweizer Top-Läufer Julien Wanders um vier Sekunden auf Distanz hielt.

Der dritte deutsche Starter Johannes Motschmann (LG Nord Berlin) lief nach 32:24 Minuten auf Platz 48. Somit kam das DLV-Trio in der Team-Wertung auf 69 Punkte und belegte damit Rang sechs. Gold sicherten sich die Läufer aus Großbritannien mit 36 Punkten knapp vor Belgien (38 Punkte) und Spanien (45 Punkte).

„Ich bin unheimlich zufrieden", sprudelte es aus Simon Boch nach dem Zieleinlauf heraus. "15 ist eine Top-Platzierung. Ich wollte nach Darmstadt hier gern in die Top 20, das war mein Traum, aber ein hohes Ziel. Ich habe mich im Rennen anfags zurückgehalten, bin im Mittelfeld gelaufen, das hat gut gepasst. Dann habe ich mich nach vorn gearbeitet, das hat motiviert. Einmal war ich nah an Filip Ingebrigtsen dran, dann hat er den Vorsprung aber bergauf wieder vergrößert. Aber ich habe gesehen, ich bin nicht weit weg. Die Strecke mit dem Profil hat mir gelegen. Ich kann bergauf und bergab gut laufen, heute war es aber bergauf schwerer. Der sechste Platz mit der Mannschaft ist okay.“

Das letzte Rennen der 26. Cross-Europameisterschaften wurde vom Startschuss an zu einer „Mehr-Klassen-Gesellschaft“. Beim Frauen-Rennen über 8,225 Kilometer drückte Titelverteidigerin Yasemin Can (Türkei) sofort aufs Gaspedal und gewann nach 26:52 Minuten ihren vierten Cross-EM-Titel in Folge. Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin) und Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) gingen das Rennen verhaltener als Elena Burkard (Platzt neun) an, arbeiteten sich aber im Rennverlauf deutlich nach vorn. Mit 29:02 Minuten lief die Berlinerin auf Platz 23, Domenika Mayer folgte drei Plätze und acht Sekunden dahinter als 26. In der Team-Wertung belegte das DLV-Trio mit 58 Punkten Rang sechs. Vergangenes Jahr in Tilburg hatten acht Punkte weniger sogar zu Bronze gereicht. Das war in Lissabon anders. Mit 26 Zählern gewannen die Britinnen als stärkstes Team ihren sechsten Team-Titel bei den letzten zehn Auflagen einer Cross-EM. Dahinter folgten Irland mit 41 Punkten und die Mannschaft von Gastgeber Portugal (43 Punkte).

„Wir wollten mit der Mannschaft ein bisschen mehr, auch wenn unsere Taktik gut geklappt hat", analysierte Domenika Mayer. "Es war ein anstrengendes Rennen vom Start bis ins Ziel. Für Deborah und mich war es bergab immer motivierend, da wir auf- und überholen konnten. Jetzt beginnt die Vorbereitung für 2020, mein Ziel ist die EM in Paris mit dem Halbmarathon. Als Qualifikationsrennen habe ich den Halbmarathon in Barcelona geplant.“

Im Wettbewerb der männlichen U 20 gingen die deutschen Starter defensiv ins Rennen, arbeiteten sich im Verlauf der 6,225 Kilometer aber immer weiter nach vorn. Am besten hatte sich Elias Schreml seine Kräfte eingeteilt. Der U 20-Europameister über 3000 Meter von der LG Olympia Dortmund lief in 19:33 Minuten auf Platz 25. Florian Bremm (TV 1862 Leutershausen) folgte elf Sekunden später auf dem geteilten 40. Platz. Dominik Müller (SSC Hanau-Rodenbach) kam in 19:52 Minuten auf Platz 45. Paul Specht (VfL Sindelfingen; 20:13 Minuten) und Paul Feuerer (1. FC Passau; 20;28 Minuten) belegten nach kräftezehrenden 6,225 Kilometern die Ränge 65 und 78.

Florian Bremm gab sich anschließend selbstkritisch: „Ich bin zu schnell angelaufen. Die Strecke war sehr hart, bergab ist es gut gerollt, aber es war hart. Ich bin schon zufrieden, es war mein erstes internationales Rennen.“