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26.12.19 12:19 Alter: 156 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik
Von: Wilhelm Sörgel

Treffen der Leichtathletik-Verbände in Hof vor genau 30 Jahren schrieb Sportgeschichte

Es war das Jahr 1989, genauer gesagt der 16. Dezember, als nach der Maueröffnung die „Kleine Sportkonferenz“ die Spitze des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes (BLV) zu einem ersten Kontaktgespräch mit Vertretern der fünf DDR-Bezirke Dresden, Erfurt, Gera, Karl-Marx-Stadt und Suhl in Hof zusammenführte. Hartmut Schweitzer (Schwandorf), damals BLV-Präsident, war es, der unmittelbar nach der innerdeutschen Grenzöffnung am 9. November 1989 die Initiative ergriff und den Kontakt herstellte.


Historisches Foto: Die Teilnehmer an der „Kleinen Sportkonferenz" vom 16. Dezember 1989 in Hof. Mit dabei: (vordere Reihe von links) Alfred Kotissek, damals Bezirksvorsitzender Oberfranken, Heidi Pratsch, die BLV-Frauenwartin, und BLV-Präsident Hartmut Schweitzer.

Schweitzer hatte bereits früher versucht, Kontakte zu den direkten Nachbarn Bayerns im Norden zu knüpfen, allerdings ohne Erfolg. Selbst Gespräche mit hohen Sportrepräsentanten der DDR blieben ohne Ergebnis. Auch dem bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß gelang es nicht, auf politischer Ebene mit DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker Einigkeit zu erzielen. Auf „mittlerer Ebene“ war es nicht möglich, in den innerdeutschen Sportkalender zu kommen.

Der Mauerfall am 9. November 1989 und die damit einhergehenede Grenzöffnung veränderten die Situation schlagartig. Der deutsch-deutsche Sportverkehr war zum 17. November 1989 eingestellt worden. Noch vor dem Treffen der beiden obersten deutschen Sportführer Hans Hansen (DSB) und Klaus Eichler (DTSB) ergriff Bayerns Leichtathletik-Chef Hartmut Schweitzer die Initiative und lud die Vertreter der fünf südlichen DDR-Bezirke Dresden, Erfurt, Gera, Karl-Marx-Stadt und Suhl für den 16. Dezember zu einem Gedankenaustausch nach Hof, in Bayern "ganz oben" ein. Die „Kleine Sportkonferenz“ ging als erstes gemeinsames Treffen zwischen Leichtathletik Funktionären aus Ost und West auf „mittlerer Ebene“ in die Geschichtsbücher ein.

Auch nach 30 Jahren erinnert sich Konferenzleiter Hartmut Schweitzer an die umfangreiche Tagesordnung. "Beschnuppern", sich kennenlernen, sich annähern stand zuvorderst im Fokus. Das Eis war schnell geschmolzen, und im Verlauf des mehrstündigen, freundschaftlich und offenen geführten Meetings wurden auch bereits erste konkrete Ergebnisse erzielt wie zum Beispiel gemeinsame Leichtathletikveranstaltungen in kleinen Schritten auf Vereinsebene, Austausch von Trainern und Kamprichtern, gemeinsame Trainingslager sowie ein terminlich abgestimmter Veranstaltungskalender.

 „Was dient uns gemeinsam“, war seinerzeit der Leitsatz, und ist es auch nach drei Jahrzehnten noch. Hof hat am 16. Dezember 1989 Geschichte geschrieben und in Hof fiel der Startschuss für Leichtathletikbegegnungen zwischen vormals Ost und West.

Am 19. September 1990 wurde der Thüringer Leichtathletikverband in Bad Blankenburg gegründet. Weitere erfolgreiche Gespräche mit den Thüringern fanden in Zeulenroda am 13. Januar 1990 und in Bad Blankenburg am 13. und 14. Oktober 1990 statt. Am 23. September.1990 holte Hartmut Schweitzer den ersten Jugendvergleichskampf zwischen Ostthüringen-Pilsen und der Oberpfalz nach  Schwandorf. Am 24. November 1990 fand in Salzgitter-Bad der Vereinigungs-Verbandstag der beiden deutschen Leichtathletik-Verbände statt.