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06.07.20 16:35 Alter: 29 Tag(e)
Kategorie: Top Stories, Leichtathletik, Leistungssport, Wettkampfsport, Laufsport, Oberpfalz
Von: Kurt Ring/ReinhardKöchl

Regensburg haucht dem Lauf neues Leben ein - Simon Boch überragt mit deutscher Jahresbestzeit

Es war ein geglücktes Experiment, an dessen Ende das vorsichtig optimistische Fazit stand: Der Lauf ist wieder im Wettkampfbetrieb der Leichtathletik zurück - zumindest in Bayern! Als Schlussakkord der mit Spannung erwarteten 3000-Meter-Challenge der LG Telis Finanz Regensburg auf dem Sportplatz Am Oberen Wöhrd stellte Lokalmatador Simon Boch eine deutsche Jahresbestleistung von 7:56,87 Minuten auf. Insgesamt gab es gleich zehn (!) 3000-Meter-Läufe und eine Menge weiterer guter Leistungen.


In der letzten Runde wurde es richtig schnell: Simone Boch (links) schickt sich hier gerade an, seinen Kontrahenten Johannes Motschmann zu überholen.

Domenika Mayer (Dritte von rechts) war mit ihrer 3000-Meter-Zeit ebenso zufrieden . . .

. . . wie ihre Fürther Laufkollegin Kerstin Hierscher.

Schnelle Sprinter über krumme Strecken: Katrin Fehm . . .

. . . und Samuel Werdecker (Mitte).

Tom Jäger (links) konnte im 1000-Meter-Rennen Benedikt Huber in Schach halten. Fotos: Theo Kiefner, Claus Habermann

Als Simon Boch um kurz vor halb Zehn abends mit der deutschen Jahresbestleistung von 7:56,87 Minuten einer rundum gelungenen ersten Laufveranstaltung nach einer langen Wartezeit von fast vier Monaten die Krone aufgesetzt hatte, war endlich klar, das Läufer ihren Sport durchaus mit entsprechenden Respekt gegenüber den gebotenen Coronaregeln im Wettkampf ausüben können. „Die Sportler haben uns nicht im Regen stehen lassen, selten haben wir für die Austragung eines unserer Meetings so viel Lob und Dankbarkeit entgegennehmen dürfen, wie an diesem Tag“, zeigte sich LG-Präsident Norbert Lieske beeindruckt von der zahlreich vertretenen Lauffamilie aus ganz Deutschland.

Den Umständen geschuldet sahen natürlich nur die jeweiligen Teamkollegen und Betreuer/Innen dann auch Laufsport vom Feinsten, angefangen mit den ausgezeichneten Sprintdoubletten der von Katrin Fehm und Samuel Werdecker (beide LG Telis Finanz Regensburg), die mit ihren 17,85 und 39,18 beziehungsweise 16,52 und 34,28 Sekunden unangefochten vorne lagen. „Nach vielen Monaten bin ich wieder zurück. Ich bin total happy“, jubelte die Neu-Regensburgerin Fehm.

Über 1000 Meter düpierte der junge Tom Jäger (TSV Penzberg) mit guten 2:27,77 Minuten ausgerechnet im Schlussspurt Altmeister Benedikt Huber (LG Telis Finanz Regensburg; 2:28,35 Minuten). Bei den Frauen setzte hier die mehrfache Deutsche Meisterin Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) mit beachtlichen 2:43,91 Minuten das Highlight. Tanja Spill (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) gewann über 800 Meter mit 2:09,47 Minuten.

Ab 18 Uhr standen dann die Namen gebenden 3000 Meter im Mittelpunkt der satten sechs Stunden lang dauernden Veranstaltung. Das Beste kam ganz zum Schluss. In einem faszinierenden Rennen spurtet der derzeitige nationale Überflieger Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg) in der letzten Runde den lange Zeit führenden Johannes Motschmann (SCC Berlin; 7:59,87 Minuten) nieder, blieb erstmals unter acht Minuten und zog dabei seine dahinter leidenschaftlich kämpfenden Teamkollegen Konstantin Wedel (Fünfter/8:05,90 Minuten), Tim Ramdane Cherif (Siebter/8:08,06 Minuten), Brian Weisheit (LSC Höchstadt/Aisch; Achter/8:13,57 Minuten) und Nick Jäger (TSV Penzberg; Neunter(8:14,70 Minuten) zu neuen Hausrekorden innerhalb eines illustren Verfolgungspulkes, gespickt mit Topläufern aus der nationalen Spitze.

Nicht lumpen ließen sich auch die Damen. Dort siegte Vera Hoffmann (LC Rehlingen; 9:12,27 Minuten), vor der Fürtherin Kerstin Hirscher (LAC Quelle Fürth; 9:13,26 Minuten) und Lea Meyer (VfL Löningen; 9:20,54 Minuten). Trotz eines vierten Platzes in 9:22,72 Minuten war Lokalmatadorin Meni Mayer restlos zufrieden: "Zwischen zwei für mich sehr wichtigen 10.000m Läufen konnte ich für die 3.000m wenig tun, habe aber meine persönliche Bestzeit trotzdem noch um zwei Sekunden steigern können."

„Der Lauf lebt wieder", bilanzierte ein sichtlich zufriedenen Regensburger Teamchef Kurt Ring. "Das macht Lust auf mehr." Schon am nächsten Samstag bietet sich an gleicher Stelle mit dem Mittsommerlauf und sage und schreibe vier 10 000-Meter-Rennen die beste Gelegenheit dafür.